Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote der wichtigsten Einheit der Großbank Credit Suisse herabgestuft. Dies teilte die Gesellschaft mit. Demnach wurde das langfristige Schulden- und Einlagenrating der Credit Suisse AG von "A1" um eine Stufe auf "Aa3" zurückgesetzt. Die Analysten begründen den Schritt zum einen mit einer Anpassung der Bewertungsmethodik, die alle Banken betrifft.

Zum anderen führen die Bonitätswächter als Begründung auch das unzureichende Risikobewusstsein und die Kontrollprozessen in Zusammenhang mit dem Zusammenbruch mit dem Hedgefonds Archegos und dem Finanzdienstleister Greensill an, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Zudem drohten zusätzliche Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten oder Bußgelder. Und zuletzt könne der Reputationsschaden zur Abwanderung von Kunden führen.

Große Baustellen
Die Schweizer Bank ringt einerseits mit dem Debakel um das Family Office Archegos, dessen Manager Bill Hwang massiv auf Pump und mehrfach gehebelt auf chinesische Tech-Aktien spekuliert hatte. Die Wetten gingen schief und bescherten der Credit Suisse, die Hwang Kredite für seine Zockerei gewährt hatte, einen Milliardenverlust. Daneben lastet die Pleite von Greensill auf dem Institut. Insgesamt hatte die Credit Suisse mit Greensill vier gemeinsame Fonds betrieben, in die Kunden insgesamt zehn Milliarden US-Dollar investiert hatten. Nur einen Teil des Geldes erhielten die Anleger zurück. (ert)