Während Raisin hierzulande vor allem für die Vermittlung von europäischen Tages- und Festgeldern über seine Plattform Weltsparen bekannt ist, wird es in den USA zunächst mit einem Software-Produkt für Banken starten, wie das Berliner Fintech am Dienstag (19. Mai) bekanntgab. Die Software ermöglicht es Instituten, individualisierbare Sparprodukte für ihre Kunden zu bauen.

"Es ist natürlich sehr ambitioniert in der aktuellen Situation, im US-Markt zu launchen", gibt Tamaz Georgadze, CEO und Mitgründer von Raisin, gegenüber "Bloomberg" zu. Dem Unternehmen zufolge wurde in New York ein fünfköpfiges Team aufgebaut – und eine erste Bank sei bereits als Kunde gewonnen worden. Schon zu Jahresbeginn Anfang übernahm Raisin das US-Technologieunternehmen Choise. Dem Berliner Fintech zufolge hat die Covid-19-Pandemie in den USA zu einem wachsenden Interesse an Einlagenprodukten geführt. Seit Anfang 2020 sei dort das Volumen des Einlagenmarktes um mehr als zehn Prozent gestiegen.

In Europa, wo die Vergleichsplattform für Einlagen weiter im Mittelpunkt von Raisin steht, haben seit 2013 über 250.000 Kunden Spareinlagen im Wert von über 23 Milliarden Euro bei 90 Partnerbanken angelegt. Einer der größten Konkurrenten in diesem Bereich ist das Hamburger Fintech Deposit Solutions, an dem die Deutsche Bank beteiligt ist. Goldman Sachs hat im vergangenen Jahr 25 Millionen Euro in Raisin investiert und dafür Anteile im geringen einstelligen Prozentbereich erhalten. Zu den Alt-Investoren des Unternehmens zählte unter anderem auch Paypal. (mb)