Milliardenregen: US-Banken belohnen Aktionäre nach Fed-Stresstest
Nach dem Bestehen der diesjährigen Stresstests der US-Notenbank erhöhen mehrere große US-Banken ihre Dividenden. JP Morgan kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm über 50 Milliarden US-Dollar an.
Die größten US-Banken haben ihre Dividenden erhöht, nachdem sie die diesjährigen Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve bestanden hatten. JP Morgan Chase erhöhte die Quartalsdividende von 1,50 auf 1,65 US-Dollar je Aktie. Goldman Sachs hob die Dividende nach Bekanntgabe der Ergebnisse der jährlichen Fed-Prüfung von 4,50 auf 5,00 Dollar an.
JP Morgan genehmigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm über 50 Milliarden Dollar, das am 1. Juli in Kraft tritt. Citigroup erhöhte ihre Quartalsdividende vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsrats von 60 auf 67 Cent je Aktie. Wells Fargo steigerte die Ausschüttung von 45 auf 50 Cent, Morgan Stanley von 1,00 auf 1,15 Dollar.
Alle Banken bestehen den Stresstest
Die Prüfung der Fed, die als Folge der Finanzkrise von 2008 eingeführt wurde, zeigte, dass alle untersuchten Banken über ausreichend Kapital verfügen würden, um einen hypothetischen Wirtschaftsabschwung zu überstehen. Die jährliche Überprüfung gilt als wichtiger Maßstab dafür, wie offensiv Banken Kapital über Dividenden und Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre zurückgeben. Dafür müssen die Institute Krisenszenarien durchspielen und die möglichen Verluste abschätzen.
Die Bank of America erklärte, die nächste Quartalsdividende erst nach der Verwaltungsratssitzung im Juli bekanntzugeben. Ende März verfügte das Institut noch über knapp 23 Milliarden Dollar im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms.
"Die heutigen Ergebnisse haben die starke Kapitalausstattung der Bank of America bestätigt, während wir weiterhin in das Unternehmen investieren und zugleich unsere Kunden sowie eine wachsende Wirtschaft unterstützen", erklärte Vorstandschef Brian Moynihan in einer per E-Mail versandten Stellungnahme.
Keine Auswirkungen auf Kapitalanforderungen
Anders als in früheren Jahren werden die Ergebnisse des Stresstests 2026 keine Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen haben. Die Fed arbeitet weiter an einer Überarbeitung der Tests, um sie bankenfreundlicher zu gestalten.
Aufgrund dieser Entscheidung "wird von den Instituten nicht erwartet, dass sie die Veröffentlichung ihrer geplanten Kapitalmaßnahmen für das dritte Quartal 2027 bis zu einem bestimmten Zeitpunkt aufschieben", erklärte die Fed am Mittwoch (24.6.).
Die diesjährigen Tests haben nur begrenzte Auswirkungen, weil die Fed im Februar beschlossen hatte, die derzeitigen Anforderungen an den sogenannten Stress Capital Buffer bis 2027 einzufrieren. Während die Notenbank die jährliche Prüfung überarbeitet, behalten die bestehenden Vorgaben ihre Gültigkeit. Bereits im Vorjahr waren die Anforderungen für viele Banken gesunken, weil der Test weniger streng ausfiel als in den Jahren zuvor.
Rekordausschüttungen im Vorjahr
Die sechs größten Banken der USA schütteten im vergangenen Jahr mehr als 140 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre aus und übertrafen damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019. Die Institute erzielten gemeinsam den höchsten Jahresgewinn seit 2021, gestützt auf Rekorderträge im Handelsgeschäft. (mb/Bloomberg)













