Milliardenpoker um Janus Henderson: Neuer Bieter legt nach
Im Rennen um Janus Henderson entbrennt ein Übernahmekampf. Nach dem Angebot von Nelson Peltz legt nun Victory Capital mit einer höheren Offerte nach. Die Aktie reagiert deutlich – und der Druck auf den bestehenden Deal steigt.
Ein Bieterwettkampf um die Janus Henderson Group ist am Donnerstag (26.2.) entbrannt, nachdem Victory Capital Holdings ein Angebot über 57,04 US-Dollar je Aktie vorgelegt hat. Damit übertrifft das Unternehmen eine frühere Offerte von Nelson Peltz' Trian Fund Management.
Das Bar- und Aktienangebot sieht vor, dass die Aktionäre von Janus Henderson rund 38 Prozent des kombinierten Unternehmens halten würden, das laut Mitteilung auf einen Unternehmenswert von etwa 16 Milliarden US-Dollar käme.
Konkurrenz zum Trian-Deal
Das neue Angebot folgt rund zwei Monate nach der Vereinbarung von Peltz' Trian und General Catalyst, das in London ansässige Unternehmen Janus Henderson zu übernehmen. Der Deal bewertete den Vermögensverwalter mit rund 7,4 Milliarden Dollar und bot den Aktionären 49 Dollar je Aktie in bar.
"Unser Angebot ist vollständig finanziert und bietet den Aktionären von Janus Henderson erhebliches langfristiges Aufwärtspotenzial durch die Beteiligung an einer stärkeren und wettbewerbsfähigeren Organisation", erklärte David Brown, Chairman und Chief Executive Officer von Victory Capital, in der Mitteilung.
Finanzierung über neue Schulden
Victory teilte mit, im Zuge der Übernahme 4,1 Milliarden Dollar an neuen Schulden aufzunehmen. Janus Henderson verwaltet nahezu 60 Prozent mehr Vermögen als Victory. Laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" hat sich Victory Finanzierungszusagen von der Royal Bank of Canada und Wells Fargo gesichert.
Die Aktie von Janus Henderson stieg in New York in der Folge zeitweise um bis zu 7,2 Prozent. Die Papiere von Victory Capital gaben um bis zu neun Prozent nach.
Victory Capital erklärte am Donnerstag, bereits am 24. November ein vorläufiges Angebot von bis zu 52 Dollar je Aktie für Janus abgegeben zu haben – etwa einen Monat, bevor Janus die Einigung mit Trian bekanntgab. Damals hatte John Cassaday, Chairman des Verwaltungsrats von Janus Henderson, erklärt, das Unternehmen habe eine "sorgfältige Prüfung der vorgeschlagenen Transaktion und ihrer Alternativen" vorgenommen und sei zu dem Schluss gekommen, dass der Deal mit Peltz im besten Interesse der Aktionäre sei.
Kritik an fehlendem Zugang
Brown erklärte am Donnerstag, seinem Unternehmen sei wiederholt jede Möglichkeit zu einem substanziellen Austausch mit Janus verwehrt worden.
"Obwohl wir die einzige glaubwürdige, unabhängige Partei waren, die Interesse bekundet und eine Bewertung oberhalb des Trian-Angebots in Aussicht gestellt hat, wurde uns jede Gelegenheit zu einem substanziellen Dialog verweigert. Zudem erhielten wir keinen Zugang zu Informationen, um unser Angebot weiter auszuarbeiten", sagte Brown. Peltz bezeichnete er angesichts seiner Rolle im Verwaltungsrat von Janus seit 2022 als Insider.
Branche im Konsolidierungsmodus
Der Bieterstreit reiht sich in eine breitere Konsolidierungswelle in der Asset-Management-Branche ein. Viele Häuser kämpfen seit Jahren mit Mittelabflüssen aus aktiv gemanagten Fonds hin zu günstigeren passiven Produkten. Janus Henderson, 2017 aus einer transatlantischen Fusion hervorgegangen, verzeichnete lange Zeit Abflüsse, ehe sich die Lage zuletzt stabilisierte.
Zu den jüngsten Transaktionen zählt auch die überraschende Übernahmeofferte von Nuveen für Schroders, die Anfang des Monats in der Londoner City für Aufsehen sorgte.
"Wir sind weiterhin äußerst aktiv"
Victory Capital mit Sitz in San Antonio, Texas, hatte im vergangenen Jahr im Zuge der Übernahme von Pioneer, dem US-Geschäft der französischen Amundi, mehr als 100 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen hinzugewonnen. Bereits Anfang des Monats stellte Brown weitere Transaktionen in Aussicht. "Wir sind weiterhin äußerst aktiv, was Übernahmen betrifft", sagte der CEO in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. "Tatsächlich sind wir so beschäftigt wie noch nie zuvor." (jb/Bloomberg)




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