Vergangenes Jahr sickerte durch, dass sich der französische Versicherungsriese Axa von seinen Töchtern in Polen, Tschechien und der Slowakei trennen will. Nun zeigt sich, dass zwei österreichische Konzerne in der engeren Auswahl mitbieten.

Nachdem Axa den Kreis der Bieter eingeengt hat, bleiben noch die Vienna Insurance Group (VIG) und die Uniqa sowie die italienische Assicurazioni Generali im Bieterverfahren über. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind.

Axa erwartet sich bis zu einer Milliarde Euro
Die potenzielle Käuferin müsste bis zu einer Milliarde Euro locker machen, heißt es in dem Bericht. Die genannten Unternehmen nahmen gegenüber Bloomberg keine Stellung.

Axa-Chef Thomas Buberl verschlankt Europas zweitgrößten Versicherer. Das Unternehmen wolle sich aus weniger profitablen Märkten zurückziehen und von der Lebensversicherung abwenden, sagten die Personen. Darüber hinaus suche Axa auch nach neuen Möglichkeiten für seine Aktivitäten im Nahen Osten, einschließlich eines potenziellen Verkaufs.

Wachstumsmärkte
Die Länder Mittel- und Osteuropas sind ein Wachstumsmarkt für Versicherer, da die Ausgaben für Versicherungsprodukte mit 200 Euro pro Kopf weitaus geringer sind als im Westen, wo die Ausgaben laut Vienna Insurance 2.800 Euro betragen. Österreichische Versicherer zählen in vielen Ländern Mittel-, Südost- und Osteuropas zu den größten Assekuranzen.

Die VIG hat Axa in den vergangenen Jahren bereits die Töchter in Rumänien und Serbien abgekauft. Aber auch in der Uniqa steckt viel Axa: Anfang des Jahrtausends erwarben die Wiener von den Franzosen das Geschäft in Österreich, Ungarn und Liechtenstein. (eml)