Die fusionierte Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof des Tiroler Immobilien-Investors Rene Benko verliert nach eigenen Angaben seit den Schließungen der Kaufhäuser am 18. März pro Woche mehr als 80 Millionen Euro Umsatz. Deshalb habe das Unternehmen ebenso wie die Tochter Karstadt Sports ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" unter Berufung auf eine Mitteilung der Insolvenzverwalter-Kanzlei Kebekus und Zimmermann mitteilte. Dieses Verfahren schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Zudem setzt die Handelskette laut einem Medienbericht zufolge ihre Mietzahlungen von April bis Juni aus.

Die Geschäftsführung der Kaufhauskette werde das Schutzschirmverfahren nutzen, um die Restrukturierung fortzusetzen und das Unternehmen zukunftsfähig neu aufzustellen. Dafür werde die Signa-Gruppe von Benko zusätzliche Beträge in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung stellen. Dem Antrag auf Einleitung des Verfahrens sei vom Amtsgericht Essen bereits stattgegeben worden, hieß es.

Bereits vor mehreren Wochen hatte der Konzern für weite Teile der 28.000-köpfigen Belegschaft Kurzarbeit beantragt. Am Mittwoch waren davon nun auch 1.300 Mitarbeiter der Zentrale betroffen, hieß es. Vor den Geschäftsschließungen Anfang März hatte sich Benko noch gegen weiteren Stellenabbau ausgesprochen. (mb)