Zwei Jahre nach dem Markteintritt ist die deutsche Smartphone-Bank N26 in den Fintech-Olymp aufgestiegen. Das Unternehmen, das ein Girokonto und andere Bankdienstleistungen für Smartphone-User anbietet, hat in einer Finanzierungsrunde 160 Millionen US-Dollar (rund 130 Millionen Euro) von Großinvestoren zur Verfügung gestellt bekommen. Das teilte das Start-up mit, das 2013 von den beiden Wienern Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf in Berlin gegründet wurde und seit 2015 online ist.

Bedeutend ist nicht nur der Betrag, sondern auch das Konsortium, das hinter den Investitionen steht: Führend beteiligt sind Allianz X, die digitale Investment-Einheit der Allianz Gruppe, und Tencent, einer der größten Internet-Konzerne Chinas. Damit zeigt – wie schon bei der Deutschen Bank – erneut ein chinesisches Unternehmen Interesse an einem deutschen Finanzunternehmen.

Lin Haifeng, Managing Partner bei Tencent Investment, sagte, man strebe als strategischer Investor eine langfristige Partnerschaft mit N26 an. Tencent bietet in China unter anderem Social-Media-Dienste und mobile Payment-Lösungen und kommt damit auf sehr hohe Reichweiten.

Größte Finanzierungsrunde bei deutschem Fintech
Die Transaktion ist laut N26-Aussendung die bisher größte Eigenkapital-Finanzierung (ausgenommen Börsengänge) im Fintech-Sektor in Deutschland und eine der größten in Europa. N26 möchte mit dem Geld seine globale Wachstumsstrategie und die Produktvision weiter vorantreiben. Insbesondere steht die Expansion in die USA und nach Großbritannien im Vordergrund, wo der Markteintritt 2018 erfolgen soll. Insgesamt hat N26 bis heute bereits 215 Millionen US-Dollar an Investorengeld eingesammelt.

Seit Januar 2015 hat N26 gemäß Eigenangaben mehr als 850.000 Kunden gewonnen. Ziel ist es, bis Ende 2020 mehr als fünf Millionen Kunden zu gewinnen. N26 hat bis heute rund neun Milliarden Euro an Transaktionsvolumen abgewickelt und prognostiziert ein Transaktionsvolumen von mehr als 13 Milliarden Euro allein in diesem Jahr.

Allianz X und Tencent würden zu den führenden Unternehmen in ihren Branchen Finanzdienstleistungen und Internet Services zählen und hätten "ein klares Verständnis davon, wie Technologie und Design Industrien verändern können", so Valentin Stalf, CEO und Mitgründer von N26 in einer Aussendung. (eml)