In Sachen Kundenzufriedenheit haben Direktbanken in Deutschland die Nase vorn. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey unter knapp 4.800 Kunden, die dem "Handelsblatt" vorliegt. In allen drei untersuchten Produktkategorien ließen Direktbanken ihre Konkurrenz weit hinter sich.

Bei Girokonten zeigten sich in der Untersuchung 65 Prozent aller Befragten mit dem Angebot der Institute zufrieden. Bei Verbraucherkrediten führen Direktbanken mit 62 Prozent die Wertung an. Auch bei Immobilienfinanzierungen belegen sie mit 55 Prozent den Spitzenplatz.

Auf Rang zwei bei den Girokonten folgen die Genossenschaftsbanken mit 50 Prozent zufriedenen Kunden. Weit abgeschlagen rangieren Privat- und Geschäftsbanken, Autobanken und Sparkassen mit Werten von 41, 40 und 39 Prozent. Den McKinsey-Beratern zufolge profitierten Direktbanken in der Umfrage besonders von ihrer digitalen Kompetenz. Genossenschaftsbanken und Sparkassen dagegen punkteten vor allem mit ihrer Präsenz in der Fläche.

Zufriedene Kunden zahlen sich aus
Die Umfrage zeigt auch, wie wichtig zufriedene Kunden für den wirtschaftlichen Erfolg sind. Kunden, die mit ihrer Bank "extrem zufrieden" sind, eröffnen zweimal öfter zusätzliche Girokonten oder kaufen andere Bankprodukte als Kunden, die mit ihrem Geldinstitut weniger zufrieden sind. Zudem empfiehlt die extrem zufriedene Kundengruppe ihre Bank mehr als viermal häufiger an Freunde und Bekannte, wenn es darum geht, einen Verbraucherkredit aufzunehmen. Fazit: "Es lohnt sich, in Kundenzufriedenheit zu investieren", sagt Ralph Breuer, Partner bei McKinsey. (fp)