Anfang Oktober feierte die europäische Immobilienbranche auf der "Expo Real" in München eine rauschende Party. Die Geschäfte laufen seit Jahren ausgezeichnet und kaum jemand kann sich vorstellen, dass die Zeit des scheinbar mühelosen Millionenscheffelns eines Tages zu Ende geht und ein neuer Zyklus beginnt.

Für die Semper Constantia Privatbank hat mit Oktoberbeginn auf jeden Fall ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Nach der Übernahme durch die Liechtensteinische Landesbank im Dezember vergangenen Jahres wurde die 1986 gegründete Marke umgefärbt. Das Immobiliengeschäft läuft nun unter der Führung der LLB Immo KAG.

Geschäftsführer Alexander Budasch, der mit seinem Team in den Publikums- und Spezialfonds ein Vermögen von insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro verwaltet, sieht in der Übernahme durch die LLB vor allem Vorteile. So erklärt er gegenüber FONDS professionell: "Für uns ist die neue Eigentümersituation in allen Belangen sehr positiv. Die Bonität der neuen Eigentümerin und die Stabilität der Gruppe sorgen für Sicherheit. Und wir gewinnen zusätzliches Potenzial. Mit der Größe der Liechtensteinischen Landesbank wird es uns möglich sein, unsere Produkte noch besser zu vertreiben. An der Geschäftsstrategie wird sich aber bis auf Weiteres nichts ändern. Das heißt konkret: Unsere Produkte und die Märkte, in denen wir veranlagen, bleiben gleich. Das sind Österreich und Deutschland."

"Wir sind ein echter offener Immobilienfonds"
Flaggschiff der LBB Immo KAG ist dabei weiterhin der Publikumsfonds "LLB Semper Real Estate", der zurzeit ein Verkaufsschlager im freien Vertrieb ist. Für das Fondsmanagement sind die hohe Mittelzuflüsse jedoch eine Herausforderung. Denn die Immobilienpreise sind inzwischen so hoch, dass Investitionen aus Renditegesichtspunkten immer schwerer fallen.

So erklärt Budasch auf die Frage, ob man es im aktuellen Marktumfeld noch schaffe, die hohen Mittelzuflüsse in Immobilien zu investieren: "Das geht nicht, bevor nicht die Aktivseite gelöst ist. Deshalb planen wir die Budgets danach, was wir glauben, in Immobilien investieren zu können. Allerdings ist der LLB Semper Real Estate – und dazu stehen wir – noch ein echter offener Fonds mit einer täglichen Anteilsscheinausgabe. Hier können wir die Liquiditätszuflüsse nicht so steuern wie beispielsweise bei neuen Immobilien-Spezialfonds. Hier sehen wir aber mehr Potenzial mit neuen Kunden, die wir vorher nicht hatten. Außerdem können durch eine gesetzliche Erleichterung nun bis zu 20 Anleger in einen Spezialfonds aufgenommen werden. Es gilt aber immer, dass sich die Mittelzuflüsse an den möglichen Immobilienanschaffungen orientieren müssen."

"Seit neun Jahren steigen die Preise jährlich"
Auf der Immobilienmesse "Expo Real" herrschte heuer wieder große Euphorie. Und auch Budasch zeigt sich mit dem Marktumfeld durchaus zufrieden. "Es ist klar, dass die Stimmung gut ist. Im Moment ist das Marktumfeld insgesamt sehr positiv. Sowohl im Einkauf als auch im Verkauf findet man nach wie vor gute Möglichkeiten. Fakt ist auch, dass wir ein Rekordjahr nach dem anderen gehabt haben. Seit neun Jahren steigen die Preise jährlich, das führt automatisch dazu, dass die Stimmung nicht schlechter wird. Aber es ist fast allen Marktteilnehmern bewusst, dass das nicht auf ewig so weiter gehen kann." (ae/gp)


Das vollständige Interview mit Alexander Budasch können interessierte Leser in der aktuellen Heftausgabe von FONDS professionell Nummer 4/2018 lesen, die den Abonnenten in den kommenden Tagen zugestellt wird. Angemeldete Mitglieder des FONDS professionell KLUBs können den Artikel auch im E-Magazin nachlesen.