Die vor rund einem Jahr von der FMA bewilligte Wertpapierfirma Lifetree hat nach eigenen Angaben im Zuge einer Kapitalerhöhung 2,5 Millionen Euro eingenommen. Zu den Kapitalgebern zählen laut einer Aussendung Georg Kapsch, Chef der Kapsch Group, Gina Goess, ehemalige Leiterin der Credit-Suisse-Zweigniederlassung Österreich, Adam Lessing, Osteuropachef der LGT Bank in Österreich, und Kiril Klaturov, Gründer des Immobilienunternehmens Revetas Capital. Genannt werden auch Fintech-Unternehmer Alan Morgan und der Venture-Capital-Fonds Greyhound Capital.

Das Startkapital des Unternehmens mit Sitz in Wien lag bei einer Million Euro. Bereits seit Gründung ist Andreas Treichl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Erste Group, als Investor beteiligt. Treichl hält laut Homepage zehn Prozent an dem Unternehmen.

Robo mit Aktien-Anleihen-Strategie
Lifetree bietet einen Robo-Advisor unter dem Markennamen Froots (eine Zusammensetzung aus financial und roots) an. Laut Aussendung können Anleger monatliche Beträge ab 150 Euro in ETF-Portfolios investieren. Wie aus der Homepage hervorgeht, favorisiert der Algorithmus zu Beginn Aktien-ETFs, während er mit fortschreitender Zeit in risikoärmere Anleihen-ETFs umschichtet.

Gebühren werden auf das veranlagte Vermögen berechnet und belaufen sich zwischen einem und 0,9 Prozent pro Jahr (je länger der Anlagezeitraum, desto geringer die Gebühr). Den Angaben zufolge betreut der digitale Vermögensverwalter "Assets im Wert von mehreren Millionen". Auf eine Anfrage zu genaueren Angaben antwortete das Unternehmen zunächst nicht. Anleger benötigen einen Depotvertrag mit der Hellobank (Easybank). Weiterführende Dokumente waren Montag und Dienstag nicht auf der Homepage abrufbar, der Link führt ins Leere.

In der öffentlichen Kommunikation tritt der Robo-Advisor mit Versprechungen auf, die auch in der selbstbewussten Welt der Start-ups hoch gegriffen anmuten. "Revolutionär", "visionäres Projekt" und "hohe Rendite (…) ohne unnötige Risiken", ist da unter anderem auf der Homepage oder in der Aussendung zu lesen. (eml)