World Liberty Financial, das Krypto-Unternehmen, das von US-Präsident Donald Trump mitgegründet wurde, bemüht sich um eine US-Banklizenz für eine seiner Gesellschaften. Damit will das Unternehmen sein Geschäft rund um den Stablecoin USD1 ausbauen.

Die Gesellschaft WLTC Holdings hat einen sogenannten De-novo-Antrag bei der US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht, um die World Liberty Trust zu gründen. Dabei handelt es sich um eine geplante nationale Trust-Bank, die speziell auf Stablecoin-Dienstleistungen ausgerichtet ist, teilte World Liberty am Mittwoch (7.1.) in New York mit. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" darüber berichtet.

Kritik traditioneller Banken
World Liberty ist das jüngste Krypto-Unternehmen, das eine Banklizenz beantragt. Dieser Vorstoß sorgt bei traditionellen Kreditinstituten für Unruhe, da sie darin den Versuch sehen, bundesstaatliche Legitimität zu erlangen, ohne die vollständigen regulatorischen Pflichten einer klassischen Geschäftsbank zu übernehmen.

Indem sie auf eng gefasste Trust-Lizenzen setzen, loten Digital-Asset-Firmen die Grenzen der Finanzaufsicht aus.

Wachsende Zahl von Anträgen
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kryptobörse Coinbase Global einen Antrag auf eine Banklizenz gestellt. Zudem hat die OCC die bedingte Genehmigung von Lizenzanträgen für fünf Unternehmen bekanntgegeben, darunter Ripple, Paxos und Bitgo.

World Liberty, dessen Website den Präsidenten als "Co-Founder Emeritus" (Mitgründer, der keine operative Rolle mehr im Unternehmen innehat) ausweist, hat Kapital über den Verkauf seines WLFI-Tokens eingesammelt. Dieser war ursprünglich als nicht übertragbarer Governance-Token konzipiert, wurde später jedoch handelbar.

Der Stablecoin USD1, der unter anderem von einem Fonds für Investitionen in die Kryptobörse Binance genutzt wurde, kommt laut Daten des Trackers "Coin Gecko" auf eine Marktkapitalisierung von 3,4 Milliarden Dollar.

Fokus auf institutionelle Kunden
Im Falle einer Genehmigung würde die Lizenz es der World Liberty Trust ermöglichen, institutionelle Kunden wie Kryptobörsen zu bedienen, teilte das Unternehmen mit. Zudem sollen Dienstleistungen zur Verwahrung digitaler Vermögenswerte sowie zur Konvertierung von Stablecoins angeboten werden. Dadurch könnten Inhaber anderer Stablecoins in USD1 wechseln.

"Klarer bundesweiter Rahmen"
"Eine nationale Trust-Lizenz schafft einen klaren bundesweiten Rahmen für Verwahrung, Reservemanagement und treuhänderische Aufsicht", erläuterte World-Liberty-Mitgründer Zach Witkoff in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Langfristig kann dies eine direktere institutionelle Beteiligung, stärkeren Verbraucherschutz und eine breitere Nutzung in regulierten Zahlungs- und Abwicklungsprozessen ermöglichen – stets vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Genehmigung."

US-Präsident Donald Trump verfolgt einen kryptofreundlichen Kurs. Zuletzt unterzeichnete er ein Gesetz zur Regulierung von US-Dollar-gedeckten Stablecoins. (mb/Bloomberg)