"Das Übernahmeangebot der Unicredit bietet unseren Aktionären keine adäquate Prämie", erklärte Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp in einer Mitteilung am Montagmittag (18.5.). "Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde."

Die Unicredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Aktie der deutschen Rivalin und damit fünf Prozent weniger, als die Commerzbank zum Freitagsschluss (15.5.) wert war. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte erklärt, er könne die Konditionen "leicht" verbessern, falls die Nachfrage der Investoren stark sei.

Kritik an "aggressivem" Vorgehen
Die Commerzbank hatte den "aggressiven" Ansatz der Unicredit bereits bei der Vorlage der Quartalszahlen am 8. Mai kritisiert. Damals erklärte die Bank, der italienische Konkurrent habe keine Grundlage für Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss geschaffen.

"Unicredit hat irreführende Narrative genutzt, die Commerzbank zu diskreditieren und unsere Bewertung schlechtzureden", erklärte das Institut in einer gemeinsam mit den Ergebnissen zum ersten Quartal veröffentlichten Präsentation. "Der Plan der Unicredit ist vage und birgt erhebliche Risiken", wiederholte Orlopp nun die Vorwürfe.

Neue Ziele und Stellenabbau
Die Commerzbank hatte Anfang des Monats ihre Gewinnprognose für 2026 angehoben und neue mittelfristige Ziele vorgestellt, darunter den Abbau von 3.000 Stellen. Das soll helfen, den Gewinn bis 2030 zu verdoppeln. Das Institut wies zudem Vorwürfe der Unicredit zurück, wonach die Bank schwache Leistungen zeige, übermäßig von riskanten Randgeschäften abhängig sei und über ein zu großes internationales Netzwerk verfüge.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte die Unicredit zuvor angewiesen, im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot für die Commerzbank keine "irreführende Werbung" mehr zu veröffentlichen. (mb/Bloomberg)