"Kein Mehrwert": Commerzbank lässt Unicredit erneut abblitzen
Die Commerzbank weist die Übernahmepläne der Unicredit erneut zurück. Gespräche hätten keinen Mehrwert erkennen lassen, das Vertrauen sei belastet. Das Institut hält an seiner Eigenständigkeit fest und setzt auf die eigene Strategie.
Die Commerzbank hat erklärt, dass jüngste Gespräche mit der Unicredit sie nicht von den Vorteilen des Übernahmeangebots der italienischen Bank überzeugt haben. Damit unterstreicht das Institut seinen Willen, unabhängig zu bleiben.
"In den vergangenen Wochen fanden mehrere Interaktionen statt – die letzte kurz vor den genannten Veröffentlichungen der Unicredit – um Grundlagen und Potenziale des von der Unicredit den Commerzbank-Aktionären in Aussicht gestellten Angebots zu einer Übernahme der Bank konstruktiv zu eruieren", teilte die Bank am Dienstag (7.4.) mit. "Auf dieser Grundlage ist eine einvernehmliche Lösung aus Sicht der Commerzbank aktuell nicht erkennbar."
Kritik am Vorgehen der Unicredit
Zudem beklagte die Commerzbank "ein Vorgehen, das den Aufbau des für eine erfolgreiche Transaktion erforderlichen gegenseitigen Vertrauens nachhaltig erschwert".
Bereits zuvor hatte die Bank Skepsis gegenüber dem im vergangenen Monat vorgelegten Angebot signalisiert. Auch die Unicredit selbst hatte eingeräumt, nicht mit einer breiten Annahme durch Investoren zu rechnen. Das Angebot beinhaltet nur eine geringe Prämie und zielt darauf ab, die Beteiligung der Italiener über die Marke von 30 Prozent zu erhöhen.
Zweifel am Wert für Aktionäre
"Die seitens der Unicredit mündlich skizzierten Eckpfeiler einer Transaktion haben bisher aus Sicht der Commerzbank kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für ihre Aktionäre über die jetzige Standalone-Strategie und deren Planungszeitraum hinaus aufgezeigt", so die Frankfurter Bank. Gleichzeitig kündigte die Bank "die Veröffentlichung der bereits angekündigten Anhebung der Finanzziele zu den Quartalszahlen am 8. Mai" an.
Unicredit wirbt weiter für Zusammenarbeit
Die Unicredit erklärte in Unterlagen zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai, eine engere Zusammenarbeit könne der Commerzbank helfen, künftige Herausforderungen zu bewältigen. Dies gelte unabhängig vom Ausgang des Angebots und davon, ob die Unicredit Mehrheitsaktionär wird, hieß es.
Unicredit-Chef Andrea Orcel verfolgt die Übernahme der Commerzbank seit mehr als einem Jahr und strebt damit eine der größten Bankenfusionen Europas an. Ein Deal würde die Unicredit zu einem dominierenden Akteur in Deutschlands Finanzsektor machen.
Widerstand gegen Übernahmepläne
Der Vorstoß stößt jedoch seit der ersten Bekanntgabe im September 2024 auf erheblichen Widerstand — auch von der Bundesregierung, die nach der Unicredit der zweitgrößte Anteilseigner der Commerzbank ist.
Die Commerzbank erklärte, sie bleibe "offen für Gespräche und Vorschläge, die konkreten Mehrwert für ihre Aktionäre und Stakeholder schaffen". (mb/Bloomberg)















