Die zur börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI) gehörende Kathrein Privatbank verschränkt ihr Angebot mit einigen Raiffeisenlandesbanken. Wie in der Raiffeisenzeitung zu lesen war, gibt es Kooperationsvereinbarungen mit drei RLBs. Um welche es geht, könne noch nicht kommuniziert werden, sagte Kathrein-Vorstandsmitglied Stefan Neubauer gegenüber der Redaktion. Man sei "mit einigen Landesbanken im Gespräch".

Die Frage, ob einige RLBs ihr Private Banking oder gewisse Kundenschichten abgeben, verneinte Neubauer. Er sagte, Kathrein wolle die Banken in erster Linie mit Expertise ergänzen. Insbesondere geht es dabei um Stiftungsthemen und "spezielle Produkte und Services". "In welchem Ausmaß Kathrein bei der Beratung eingebunden wird, bleibt dem Kunden überlassen, hier stehen mehrere Optionen zur Verfügung", so Neubauer.

Schwerpunkt Familien und Unternehmen ausgebaut
Die Kooperationen mit den RLBs sind auch im Zusammenhang mit den aktuellen Strategiebemühungen von Kathrein zu sehen. Die Privatbank arbeitet an einer Schärfung des Stiftungs- und Unternehmensschwerpunktes. Unter der kürzlich neu eingeführten Produktmarke "Family Konsult" wurden unter anderem Services wie Stiftungs-Office, Nachfolge, Immobilien, Spezialfinanzierungen gebündelt. Damit soll dieser Fokus dem Markt klarer kommuniziert werden. "Besonders das Thema Nachfolge wollen wir weiter ausbauen und diese Services als die Privatbank der RBI verstärkt anbieten", so Neubauer.

Mit der Fokussierung geht auch eine Reihe neuer Produkte einher. In Kürze soll ein nachhaltiger Megatrends-Fonds präsentiert werden, sagt Neubauer. Weiters arbeite man an einer zertifikatebasierten aktiven Vermögensverwaltung. Diese soll angesichts des andauernden Tiefzinsumfelds neue Anlagechancen eröffnen. Ebenfalls in Planung ist eine Private Equity-Lösung, im Rahmen derer Kathrein eine Plattform zur Verfügung stellen möchte. Darüber hinaus stehe ein neues Handbuch zum Thema Erben und Vererben vor der Ausgabe.

"Wollen über dem Markt wachsen"
Im Corona-bedingt turbulenten Jahr 2020 konnte Kathrein (wie andere Privatbanken auch) Rekordzuwächse bei Neukunden und Neugeldern verbuchen. "2021 geht bis jetzt im Wesentlichen so weiter", sagt Neubauer. Ziel sei es, heuer erneut über dem Markt zu wachsen.

"Der österreichische Private Banking Markt wächst seit Jahren. Es gibt viele vermögende Erben und Unternehmer, darunter auch sehr viele Junge. Wir befinden uns in einer sehr guten Generation", so Neubauer über die Chancen für die Privatbanken beim Themenbereich Erben, Unternehmensnachfolge und Familienvermögen. Die Corona-Krise habe auch gezeigt, dass ein aktiv verwaltetes Portfolio und holistischer Beratungsansatz Vorteile bringe. Man habe gesehen, das es nicht einfach ist, Vermögen über ETF-Portfolios allein zu managen. 

Was die Pandemie betrifft, habe die Bank sehr davon profitiert, dass das Beratungsmodell in Richtung Hybridberatung neu aufgestellt werden musste. Der Ausbau der digitalen Services und auch deren Akzeptanz ist zum einen für die Betreuung von Kunden aus Zentral- und Osteuropa von Vorteil – Kathrein bekommt einen Teil der Vermögen auch von den Netzwerkbanken der Mutter RBI, die in CEE stark aufgestellt ist. Zum anderen klappe auch die Servicierung innerösterreichischer Kunden auf diese Weise deutlich besser. (eml)