Die zur Raiffeisen Bank International (RBI) gehörende Kathrein Privatbank hat heuer ihren Auftritt optisch erneuert und den Kompetenzen-Fokus geschärft (das auf Stiftungen spezialisierte Institut rückt die Themen Nachfolge und Unternehmen ins Licht). Das Giebelkreuz kommt in der neuen Optik erneut nicht vor – dennoch scheint Kathrein bei der Mutter RBI besser verankert als früher: Die Raiffeisenlandesbanken (RLB), denen rund 60 Prozent an der RBI gehören, sollen Geschäft aus den Bundesländern an die Privatbank weiterleiten und so zum wesentlichen Wachstumstreiber werden, sagt Kathrein-Vorstandschef Wilhelm Celeda in einem Interview, das in der neuen Printausgabe und im E-Magazin von FONDS professionell erscheint.         

"Wenn es so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden die Raiffeisenbanken unser bester Vertriebspartner. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Wachstumsstrategie", so Celeda. Er kam 2019 zu Kathrein. Damals sei auch die Grundsatzentscheidung gefallen, Kathrein im Raiffeisensektor besser zu positionieren. "Das ist ganz sicher ein Potenzial, das bis dahin brachgelegen ist", so Celeda. Zu den jahrelangen Verkaufsgerüchten meinte Celeda: "Es ist ganz sicher ein Commitment des Eigentümers, dass man längerfristig mit Kathrein plant. Sonst macht man nicht aus der Kathrein die Privatbank der RBI international gesehen."

Der Plan steht im Wesentlichen auf zwei Säulen: Einerseits soll die Mutter RBI die Kathrein-Dienstleistungen im Kundengespräch in Österreich und in CEE einbeziehen. Zum anderen sollen eben die Raiffeisenlandesbanken in Österreich passende Kunden aus den Raiffeisenbanken weiterleiten.

Hoher Beitrag zum Wachstum des Vermögens erwartet
"Wenn ich grob schätzen müsste, kann die Kooperation mit den Landesbanken und mit der RBI 50 Prozent beitragen", so Celeda. Bezogen ist dies auf das Wachstum des verwalteten Vermögens. Dieses ist laut Kathrein-Angaben seit Beginn 2019 um rund 50 Prozent auf sieben Milliarden Euro angestiegen. "Der Trend wird sich fortsetzen", so Celedas Prognose.

Nach Kenntnis der Redaktion schlossen heuer zumindest drei RLBs tiefergehende Private-Banking-Vereinbarungen mit Kathrein – Niederösterreich-Wien, Burgenland und Steiermark. Celeda wollte dazu nichts sagen, beziehungsweise den RLBs nicht vorgreifen. Aufgrund der spezialisierten Services von Kathrein, sei aber davon auszugehen, dass Kooperationsbedarf auch bei den anderen RLBs besteht. "Ich bin sicher, dass es eine Zusammenarbeit mit allen geben kann und wird", so Celeda.

Viel Interesse an neuer Private-Equity-Schiene erwartet
Im Interview spricht der Kathrein-Vorstand auch über Produktneuerungen. So wurde im Oktober ein nachhaltiger Megatrendsfonds aufgelegt. Viel Interesse erwartet man sich außerdem von der Eröffnung einer neuen Plattform, die Private Equity-Investments unkompliziert und bereits ab geringen Beträgen möglich macht. Dazu hat Kathrein eine Allianz mit Moonfare geschmiedet, einer Fintech-Beteiligung von Fidelity. "Wir sind mit Fidelity-Moonfare die Einzigen, die so eine Plattform am Markt haben. Üblicherweise starten Private-Equity-Investitionen bei fünf Millionen Euro. Wir selektieren für die Kunden aus tausend Private-Equity-Portfolios bis zu 20 passende Einzel- und Dachfonds, in die sie bereits ab 50.000 Euro investieren können. Das wird großes Interesse hervorrufen", so Celeda. (eml)


Das gesamte Interview lesen Sie in der Printausgabe von FONDS professionell und im E-Magazin.