JP Morgan rechnet für 2026 mit einem außergewöhnlich starken Jahr für Fusionen und Übernahmen (M&A) und will sein Team an Dealmakern im europäischen Investmentbanking ausbauen.

"Wir stellen in praktisch jedem Land der Region ein", sagte Filippo Gori, Co-Head Global Banking bei JP Morgan, vergangene Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg" in Mailand. Er sprach gemeinsam mit Dorothee Blessing, Global Head of Investment Banking Coverage. Die Bank habe "Kapital, das eingesetzt werden kann – es ist nur eine Frage, wo es am besten eingesetzt wird".

Investoren zeigen sich in Europa optimistisch
Bei Treffen mit Kunden in ganz Europa in den ersten Wochen des Jahres hätten sich diese optimistisch gezeigt, sagten Gori und Blessing. Besonders ausgeprägt sei das Vertrauen der Investoren in Südeuropa, wo das Wachstum nach Jahren der Anpassung und Restrukturierung infolge der Finanzkrise wieder anziehe.

Führungskräfte in Madrid konzentrierten sich demnach auf Expansion und grenzüberschreitende Investitionen. Italiens politische und wirtschaftliche Stabilität ziehe weiterhin ausländische Investoren an, sagte Gori.

Zugleich blickten europäische Bankmanager mit Sorge auf mögliche zusätzliche Ressourcen, die US-Banken infolge einer Deregulierungswelle in den USA in Europa einsetzen könnten. Diese Schritte könnten die langjährige Dominanz amerikanischer Institute auf dem Kontinent weiter verstärken.

Rückenwind durch Zinsen und Kreditmärkte
Gori und Blessing erwarten, dass 2026 eines der besten Jahre aller Zeiten für Fusionen und Übernahmen werden könnte. Unterstützung komme von niedrigeren Zinsen, stabilen Kreditbedingungen und einem Rückstau verschobener Transaktionen.

"Es könnte eines der besten Jahre überhaupt aus M&A-Sicht werden, weltweit und auch in Europa", sagte Gori. "Nachlassender Zinsdruck, enge Kreditspreads und leicht verfügbare Finanzierung sind zentrale Zutaten für Deal-Aktivitäten und helfen, Bewertungsunterschiede zwischen Käufern und Verkäufern zu verringern."

In dieser Woche hatte JP Morgan Ergebnisse für das vierte Quartal vorgelegt, die im Investmentbanking geringere Erträge auswiesen als erwartet. Finanzvorstand Jeremy Barnum führte den Rückgang teilweise darauf zurück, dass einige Transaktionen auf 2026 verschoben worden seien. (mb/Bloomberg)