Jamie Dimon erhält Rekordgage – und eine Milliardenklage von Trump
JP Morgan erhöht die Vergütung von CEO Jamie Dimon deutlich. Zugleich verklagt US-Präsident Donald Trump die Bank und ihren Chef auf mindestens fünf Milliarden Dollar – wegen angeblich politisch motivierter Kontoschließungen.
JP Morgan Chase & Co. hat die Vergütung von Vorstandschef Jamie Dimon für das Jahr 2025 auf 43 Millionen US-Dollar angehoben. Es ist Dimons 20. Jahr an der Spitze der größten US-Bank. Wie aus einer am Donnerstag (22.1.) veröffentlichten Mitteilung hervorgeht, erhielt Dimon ein Grundgehalt von 1,5 Millionen US-Dollar sowie leistungsabhängige Vergütungsbestandteile in Höhe von 41,5 Millionen Dollar. Insgesamt entspricht dies einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber 2024, als Dimon 39 Millionen Dollar verdiente.
"Im Rahmen der Bewertung berücksichtigte der Vorstand unter anderem Dimons fortgesetzte Entwicklung von Führungskräften für Gegenwart und Zukunft, sein anhaltendes Engagement für die Aktionäre sowie seine langjährige vorbildliche Führung eines erstklassigen Finanzdienstleisters", heißt es in der Mitteilung.
Rekordergebnisse und Marktvolatilität
Dimon leitet die größte US-Bank, die im vergangenen Jahr das achte Jahr in Folge Rekordumsätze erzielte. JP Morgan profitierte dabei von der erhöhten Volatilität an den Märkten, die das Handelsgeschäft belebte, sowie von einer Zunahme von Transaktionen. Der Nettogewinn belief sich auf 57 Milliarden Dollar und lag damit knapp unter dem Rekordwert von 2024.
Im vergangenen Jahr eröffnete die Bank zudem einen neuen Büroturm an der Park Avenue, der als neue Konzernzentrale dient. Dimon zählt zu den dienstältesten Vorstandschefs an der Wall Street.
Klage von Trump gegen JP Morgan und Dimon
Am selben Tag, an dem die Vergütungserhöhung bekannt wurde, reichte US-Präsident Donald Trump Klage gegen JP Morgan und Jamie Dimon ein. Trump fordert mindestens fünf Milliarden Dollar Schadenersatz und wirft der Bank vor, ihm und seinen Unternehmen aus politischen Gründen Bankdienstleistungen verweigert zu haben.
Die Klage, die am Donnerstag eingereicht wurde, wirft der Bank unter anderem Geschäftsschädigung sowie die Verletzung einer stillschweigenden Pflicht zu Treu und Glauben vor. Zudem wird Dimon ein Verstoß gegen Floridas Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken vorgeworfen. JP Morgan erklärte, man schließe keine Konten aus politischen oder religiösen Gründen.
Vorwürfe politisch motivierter Kontoschließungen
Trump hatte JP Morgan wiederholt ins Visier genommen, während er gegen das aus seiner Sicht ideologisch motivierte Verweigern von Finanzdienstleistungen durch Banken vorgeht. JP Morgan hatte die Konten von Trump und seinen Unternehmen rund sieben Wochen nach dem Sturm seiner Anhänger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 geschlossen. Trump war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Amt, und sein politischer Einfluss galt als gering.
Die Klage wurde von Trump und mehreren seiner Unternehmensgesellschaften eingereicht. Laut der Klageschrift habe JP Morgan die Kläger "ohne Vorwarnung oder Provokation" über die Beendigung der Geschäftsbeziehung informiert und damit erheblichen finanziellen und reputativen Schaden verursacht. Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" hat die Klageschrift eingesehen – sie war zunächst nicht in den Gerichtsakten auffindbar.
In der Klage heißt es, die Bank sei von "woken" Überzeugungen geleitet worden und habe sich von Trump und seinen konservativen politischen Ansichten distanzieren wollen. "Im Kern hat JP Morgan Chase die Konten der Kläger geschlossen, weil sie glaubte, dass die politische Stimmungslage zu diesem Zeitpunkt dafür sprach", heißt es weiter.
JP Morgan erklärte in einer Stellungnahme, die Klage sei unbegründet. (mb/Bloomberg)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











