Jahr eins nach Buffett: Die Hauptversammlung von Berkshire in Bildern
Erstmals ohne Warren Buffett als Gastgeber: Greg Abel stellt sich den Aktionären – und überzeugt mit klarer Strategie, soliden Quartalszahlen und einem Bekenntnis zur Zukunft von Berkshire Hathaway.
Greg Abel hat keine Zeit verloren, das Offensichtliche anzusprechen: die erste Hauptversammlung von Berkshire Hathaway ohne Warren Buffett an der Spitze. Gleich zu Beginn erinnerte der neue CEO an den Moment ein Jahr zuvor, als Buffett ihn überraschend zu seinem Nachfolger bestimmte.
Abel machte daraus sogar einen Scherz: Nachdem die Arena für 2026 bereits gebucht gewesen sei, habe er sich gefragt, ob sie ohne Buffett überhaupt gebraucht werde. Die Antwort folgte prompt – trotz etwas kleinerer Kulisse strömten weiterhin Tausende Investoren nach Omaha.
Gelungener Übergang und neue Akzente
Langjährige Teilnehmer zeigten sich nach Abels erstem Solo-Auftritt überzeugt. Der Führungswechsel sei reibungslos gelungen und vieles von Berkshires DNA werde erhalten bleiben.
Das Treffen stand unter dem Motto "The Legacy Continues". Gleichzeitig setzte Abel eigene Akzente: Er teilte die Bühne mit seinen Führungskräften, die ihre Geschäftsbereiche selbst präsentierten. Traditionelle Elemente blieben dennoch erhalten – inklusive Würdigung von Buffett und Charlie Munger.
Strategie, Zahlen und Kapitalallokation
Inhaltlich punktete Abel mit einem detaillierten Überblick über die Beteiligungen und betonte, dass Berkshire bei Investitionen diszipliniert bleibe und überteuerte Ziele meide.
Nach einem leichten Rückgang Ende vergangenen Jahres stieg der Cash-Bestand im ersten Quartal auf 397 Milliarden Dollar, nachdem der Konzern netto Aktien im Wert von 8,1 Milliarden Dollar verkauft hatte. Der operative Gewinn wurde durch bessere Underwriting-Ergebnisse im Versicherungsgeschäft gestützt. Zudem nahm Berkshire die Aktienrückkäufe wieder auf und erwarb eigene Papiere im Wert von 234,2 Millionen Dollar. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Verwendung der enormen Liquidität.
Struktur bleibt – Bürokratie vermeiden
Abel bekräftigte sein Vertrauen in die Konglomeratsstruktur und erteilte einer Zerschlagung eine klare Absage. Entscheidend sei, Bürokratie zu vermeiden. "Die ABCs – Arroganz, Bürokratie und Selbstzufriedenheit (Arrogance, Bureaucracy and Complacency), die sich in ein Unternehmen einschleichen können – werden ein Unternehmen zerstören, und wir werden niemals zulassen, dass das passiert", so der Berkshire-CEO.
Buffett bleibt präsent – und KI rückt in den Fokus
Auch wenn Buffett nicht mehr auf der Bühne stand, meldete er sich mit einem kurzen Beitrag zu Wort. Dabei betonte er die Bedeutung gelungener Führungswechsel und verwies auf Apple: Kaum jemand habe Tim Cook damals zugetraut, Steve Jobs erfolgreich zu ersetzen – ein Irrtum, wie sich gezeigt habe.
Ein weiteres Thema war künstliche Intelligenz. Abel sieht Chancen für Berkshire, etwa durch die Energieversorgung von Rechenzentren. Gleichzeitig würden die operativen Einheiten zunehmend selbst technologische Kompetenzen aufbauen.
Für einige Impressionen der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway – klicken Sie sich durch die Bildergalerie. (mb/Bloomberg)















