Bei der IVA dürfte der bereits öfter angestrebte Generationenwandel näher rücken. Man habe eine "Verjüngung" der Vereinsorgane schon im Frühjahr angestrebt, sagt Michael Knap, stellvertretender Präsident des Vereins. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen seien der Neuordnung aber dazwischengekommen. Wahrscheinlich sei eine Übergabe der Ämter im Herbst, so Knap.

Knap hat soeben seine Funktion als Vizepräsident beim IVA ruhend gestellt, wobei er seine Aufgaben als Stimmrechtsvertreter weiter wahr nimmt. Hintergrund seien die aktuellen offiziellen Stellungnahmen des IVA zur Immofinanz, bei der Knap gleichzeitig Aufsichtsrat ist. IVA-Präsident Wilhelm Rasinger hatte in mehreren Aussendungen vor den geplanten Kapitalmaßnahmen gewarnt (Ausgabe neuer Aktien und einer Wandelschuldverschreibung) und den Sinn einer im Raum stehenden Fusion zwischen S Immo und Immofinanz in Frage gestellt.

Amtsübergabe wird dringlicher
Knap erklärt, es gebe unterschiedliche Ansichten, und er könne die IVA-Aussendungen als Aufsichtsrat der Immofinanz nicht mittragen. Es handle sich rein um einen anlassbezogenen Rückzug vom IVA-Amt. Allerdings rücke für ihn – genau so wie für Rasinger – altersbedingt die Frage einer endgültigen Amtsübergabe immer mehr in den Vordergrund.

Rasinger sagte gegenüber der Redaktion, der vor einiger Zeit als ein Nachfolger präsentierte IVA-Vorstand Florian Beckermann werde "zweifellos mehr Verantwortung übernehmen". Weitere Personen, mit denen es Gespräche gibt, hätten noch keine fixen Zusagen gemacht oder bekommen. Das IVA-Team arbeitet schon bedeutend länger, als geplant: 2018 war die Übergabe an eine Stiftung aufgrund eines Zerwürfnisses gescheitert. Rasinger verfolgt nach eigenen Angaben weiter den "Wunschgedanken", auch eine Frau für die Nachfolge in das Team zu holen.

Immofinanz bleibt großes Thema
Zur Causa Immofinanz legte Rasinger am Montag nochmals nach: Bei einer maximalen Umsetzung der Kapitalmaßnahmen werde der Streubesitz um mehr als drei Euro je Aktie verwässert, so Rasinger. Buchwert beziehungsweise Net Asset Value (NAV) würden derzeit in der Nähe von 30 Euro liegen, der Kurs der neuen Aktien bei 15 Euro. "Eigene Aktien wurden 2019 um über 22 Euro zurückgekauft und könnten an Aktionäre, die dem derzeitigen Vorstand genehm sind, um ca. 15 Euro verkauft werden. Um die Abwertung der Beteiligung an der Immofinanz zu vermeiden, müsste die S Immo aliquot bei dieser Transaktion mitziehen. Wenn nicht, hat dies zusätzlich eine Abwertung der S Immo-Aktien der Immofinanz zur Folge", schreibt Rasinger in einer aktuellen Aussendung. (eml)