Im Mai diesen Jahres herrschte noch Euphorie auf beiden Seiten. Bei einer Veranstaltung, auf der FONDS professionell ONLINE vertreten war, präsentierte Medienunternehmer Dominik Hojas, Vorstand der geplanten IVA-Stiftung, gemeinsam mit Finanzexpertin Erika Karitnig als Vorstandsmitglied die Pläne. Der alte gemeinnützige IVA soll in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt werden. Diese sollte nicht nur eine Vertreterin der institutionellen und privaten Anlegerinteressen sein. Geplant war eine Einrichtung, die sich der Finanzbildung genau so annimmt, wie dem Vorsorgethema, sie sollte auch Denkfabrik und Vernetzungsplattform sein.

Wilhelm Rasinger sagte damals im Gespräch, er freue sich, an eine junge tatkräftige Mannschaft zu übergeben. Seine Aufsichtsratsmandate bei Wienerberger, Erste Group Bank AG, S IMMO AG (lt. Homepage) wollte Rasinger freilich weiter behalten.

Kein Name, kein Geld
Nun ist alles anders. Rasinger hat Hojas, mit dem er sich bereits vor gut zwei Jahren geeinigt hatte, das Namensnutzungsrecht entzogen und verweigert ihm die geplante Übertragung des Vermögens von der alten auf die neue Gesellschaft. Der "IVA wird sich an der Neugründung eines gemeinnützigen Vereins IVA-neu nicht beteiligen", so Rasinger in einer Aussendung.

Hojas und Team hatten bereits 1,4 Millionen Euro bei börsenotierten Unternehmen gesammelt, um die Stiftung zu finanzieren. Geld, das nun zurückgezahlt wird, wie Hojas in Medien betonte. Neben Karitnig war auch Ex-Wolford Vorstand Thomas Melzer an Bord, Bernhard Grabmayr von Scholdan & Company sollte die Kommunikation nach außen übernehmen.

Bisher keine Gemeinnützigkeit zuerkannt
Rasinger sieht die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit seines Vereins in Gefahr. Er beklagt, dass "nur einige wenige Emittenten" als Financiers der Stiftung gewonnen werden konnten. Wichtige Institutionen und andere Nicht-Emittenten hätten gefehlt. Somit sei die wünschenswerte Breite nicht erreicht worden. Außerdem sei noch immer keine Zuerkennung des Gemeinnützigkeitsstatus zustande gekommen.

Er will den IVA nun selbst weiterführen. Initiativen und Neuerungen für das Jahr 2019 würden ausgearbeitet. Interessenten seien zur aktiven Mitarbeit eingeladen. (eml)