Ebenso wie viele andere Branchen hat auch der Finanzsektor in der Coronakrise notgedrungen auf Home-Office umgesattelt. Teilweise haben Unternehmen ihre Belegschaft geschlossen an den heimischen Schreibtisch geschickt, teilweise arbeiten Teams wechselnd im Büro und zu Hause aus. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) unter ihren Mitgliedern hervor. 36 Prozent der befragten Investmentprofis arbeiten demnach seit Beginn der Pandemie neu im Home-Office. Rund die Hälfte hatte diese Möglichkeit bereits vorher genutzt. Zirka 15 Prozent arbeiten trotz Infektionsgefahr nicht von zu Hause aus.

Nicht nur bei der Nutzung der Heimarbeitsoption, sondern auch bei deren Folgen für die Produktivität zeigen sich bei den DVFA-Mitgliedern deutliche Unterschiede. Mit 46 Prozent betrachtet knapp die Hälfte der Befragten die Arbeit daheim als ebenso produktiv wie das Arbeiten im Büro. Rund 30 Prozent sehen überhaupt keinen Unterschied, 24 Prozent sind zu Hause nach eigener Einschätzung nicht so produktiv wie im Büro – unter anderem wegen mangelhafter Technik und schlechter Verbindungsqualität.

Kollege, Du fehlst!
Die Coronakrise hat das Home-Office mehrheitsfähig gemacht. Umfrageteilnehmer hoben positiv hervor, dass sie durch die Arbeit von zu Hause aus Zeit, Nerven und Sprit sparen. Dennoch dürften sich viele Finanzprofis freuen, wenn sie endlich an ihren Büro-Arbeitsplatz zurückkehren dürfen. Rund drei Viertel der Befragten gaben an, dass ihnen der persönliche Kontakt zu Kunden und Kollegen fehlt. Nur ein Drittel kann sich vorstellen, ausschließlich zu Hause zu arbeiten. Für 38 Prozent kommt dieses Szenario eher nicht in Frage, für 30 Prozent gar nicht.

Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen sich 90 Prozent der Investment Professionals derzeit kaum. Auch für die Zukunft sehen sie sich überwiegend gut gerüstet. Als größte strukturelle Veränderung für die Branche nannten die Befragten nicht die Covid-19-Pandemie, sondern die Digitalisierung. Diese wird ihrer Einschätzung nach unter anderem einen neuen Führungsstil des Managements erfordern. (fp)