Nach einer gesetzlichen Änderung Ende 2017, die die private Entschuldung erleichtert, sind die Privatinsolvenzen im Jahr 2018 stark angestiegen. Der österreichische Verband Creditreform errechnet ein Plus von 38,7 Prozent auf über 11.300 Verfahren. Das entspreche einem Rekord seit Einführung des Privatinsolvenzrechts 1995, heißt es.

Der hohe Wert kam dadurch zustande, dass viele Betroffene mit dem Antrag auf die Gesetzesnovelle gewartet haben. Heuer dürfte sich das Niveau wieder normalisieren, erwarten die Experten von Creditreform.

Unternehmensinsolvenzen gehen zurück
Positiv zu berichten ist, dass die Unternehmensinsolvenzen um 1,8 Prozent auf 5.224 Fälle rückläufig waren. Eine Zunahme gab es jedoch im Segment Kredit- und Versicherungswesen. Mit insgesamt 113 Fällen steht ein Plus von 6,6 Prozent zu Buche. Erwähnenswert ist, dass das Segment an sich bei den Ausfällen zu den kleineren Einzelsparten zählt.

Ansonsten hatte bei den Einzelsegmenten nur noch der Handel (plus 5,4 Prozent) eine Zunahme. In weiteren kleinen Sparten, die unter der Position "Übrige" zusammengefasst werden, gab es ein Plus um 12,6 Prozent. Sachgüter, Bau, Tourismus, Verkehr, Nachrichtenübermittlung und unternehmensbezogene Dienstleistungen sahen hingegen Rückgänge. (eml)