Die Covid-19-Pandemie hat Home-Office zum Massenphänomen avancieren lassen. Manch ein Arbeitnehmer freut sich seitdem über mehr Zeit für die Familie und über die Möglichkeit, in Jogginghose zu arbeiten. Oft bedeutet Heimarbeit aber vor allem mehr Stress. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Softwareunternehmens OpenText hervor, über die das Portal karriere.de berichtet. Insbesondere die gewaltige Flut an Informationen treibt das Stresslevel der Heimarbeiter. Denn nach Feierabend ist im Home-Office längst nicht immer Schluss. Sieben Prozent der Befragten gaben an, wegen der simultanen Nutzung von Smartphone und Computer überhaupt nicht mehr abschalten zu können.

Problematisch ist auch die Menge der Accounts, die Arbeitnehmer unterhalten, etwa bei E-Mail-Diensten oder Portalen wie LinkedIn. Im Schnitt jonglieren sie laut Umfrage mit sechs bis sieben verschiedene Accounts. Sechs Prozent der Befragten konnten nicht einmal mehr sagen, wie viele Zugänge zu Online-Diensten sie besitzen – sie hatten den Überblick verloren. Zu viele Accounts und Kanäle zu bespielen, ermüdet das Gehirn. Nach einer Stunde E-Mails lesen, mit Kollegen chatten und parallel mit dem Chef telefonieren hat man keine geistige Kapazität mehr für kreative Prozesse, sagt Arbeitsmedizinerin Manuela Jacob-Niedballa.

Multitasking macht mürbe
"Arbeitnehmer sollten sich möglichst immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren", rät Jochen Adler, Partner bei OpenText. Ein gutes Zeitmanagement ist im Home-Office zentral, ebenso eine strikte Priorisierung. Accounts sollte man nach Nutzen sortieren. Darüber hinaus raten Experten dazu, Arbeit und Freizeit klar voneinander zu trennen. Allzu rasch verschmelzen im Home-Office beide Sphären – auch das führt zu Stress. Psychische Überforderung kann für Unternehmen zum Sicherheitsrisiko werden: Etwa dann, wenn Arbeitnehmer zu individuellen Lösungen greifen, um ihre Belastung zu senken, und beispielsweise sensible Daten über unsichere Dienste austauschen. (fp)