Der Kreditmakler Infina befürchtet, dass es aufgrund der Corona-Pandemie zu einer Vergabeklemme bei Finanzmitteln kommt. "Wir befürchten einen temporären Rückgang von bis zu 50 Prozent für die Branche", sagt Infina-Chef Christoph Kirchmair in einer Aussendung. Viele Berater seien für diesen Krisenfall nicht gerüstet. Sie würden ähnlich wie 2008 nach dem Verbot der Neuvergabe von Fremdwährungskrediten Probleme bekommen.

Der Vergabetrend werde sich jedoch je nach Bank differenziert gestalten. "Während einige Institute das Neugeschäftsvolumen im Kreditbereich reduzieren oder Einschränkungen vornehmen, werden einzelne Kreditinstitute die Chance nutzen, das Volumen im Bereich Wohnbaufinanzierung auszubauen", so Kirchmair. Er schätzt, dass sein Broker-Unternehmen nicht zu hart getroffen wird, da man mit einer größeren Zahl – nämlich rund 100 Banken und Bausparkassen in Österreich und Deutschland – zusammenarbeite.

Profitieren kann die Branche außerdem von den ersten Monaten des Jahres, die laut den Angaben kräftig waren. Per 30.04.2020 habe Infina die Hälfte des letztjährigen Ergebnisses von 972 Millionen Euro "in den Büchern stehen". Das vergangene Jahr sei ein Rekordwert verzeichnet worden. (eml)