Im ersten Halbjahr 2019 stieg das verprovisionierte Kreditvolumen beim Kreditvermittler Infina im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent auf 340 Millionen Euro. Rund 95 Prozent entfallen dabei auf den Bereich der Wohnbaufinanzierungen, der Rest ist dem Bereich der Projektfinanzierungen zu zurechnen.

Vor allem das Geschäft über die hauseigene Immobilien-Kreditplattform Profin wird laut Infina-Geschäftsführer Christoph Kirchmair immer wichtiger. "Allein im Juli 2019 hat Infina 85 Millionen Euro abgeschlossene Wohnbaufinanzierungen verbucht. Der Hauptgrund für diese Umsatzsteigerung ist ohne Zweifel unsere Immobilien Kreditplattform Profin und die dadurch schlanken aber extrem effizienten Prozesse. Durch die Fokussierung auf den Bereich Wohnbaufinanzierung ist es uns gelungen mit Profin einen hohen Technologiestandard im Markt zu setzen", erklärt Kirchmair.

Derzeit nutzen 60 Infina Verbundpartner Profin für die tägliche Abwicklung und Aufbereitung von Finanzierungen. Geht es nach Kirchmair soll diese Anzahl in den kommenden Jahren noch deutlich gesteigert werden. "Österreichweit würden wir noch rund 30 neue Markenpartner aufnehmen, sodass wir insgesamt 100 Standorte betreiben. Die Verteilung ist mittlerweile relativ ausgewogen, sodass wir in allen Regionen und damit in ganz Österreich einen vor Ort Service bieten können", so der Infina-Chef weiter. 

Geschäft mit institutionellen Kunden
Daneben geht man bei Infina davon aus, dass künftig auch das Geschäft mit institutionellen Kunden weiter ausgebaut werden bauen kann. Erst Ende des vergangen Jahres konnten die Finanzierungsexperten bekanntlich den Finanzvertrieb Swiss Life Select als Kunden gewinnen. Zusätzlich steigt laut Kirchmair auch zunehmend das Interesse von Kreditinstituten, die über keine eigene Lösung verfügen.

“Auch die Entscheidung institutioneller Finanzdienstleister, unsere Plattform im Beratungsprozess einzusetzen, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Sicherstellung eines kundenfreundlichen, durchgängigen Beratungsprozesses – bei effizienter Abwicklung entsprechend den regulatorischen Anforderungen gemäß Hypothekar und Immobilienkreditgesetz (HIKrG) – wird dazu führen, dass weitere Partner als Nutzer der Plattform Profin hinzukommen werden", ist sich Kirchmair sicher. 

Lange Kreditlaufzeiten und Fixzinsbindungen im Trend
Am Finanzierungsmarkt selbst sehen die Experten von Infina derzeit jedenfalls noch interessante Chancen für Kreditnehmer. "Mittlerweile haben bereits die Notenbanken der USA und zuvor schon jene Australiens und Neuseelands in den entwickelten Ländern eine erneute Zinswende nach unten eingeleitet. In Europa deuten ebenfalls viele Anzeichen auf eine baldige Leitzinssenkung durch die EZB hin. Die kommende EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist nämlich ebenfalls eine Verfechterin einer expansiven Geldpolitik. Somit sehen wir kurz- und mittelfristig voraussichtlich keine steigenden Zinsen", skizziert Kirchmair die aktuelle Situation an der Zinsfront. Längerfristig hingegen kann es durch erneute Turbulenzen an den Märkten wieder Liquiditätsengpässe geben, die dann die variablen Kreditzinsen für Häuslebauer in die Höhe treiben. "Ein Immobilienkredit läuft in einer überwiegenden Anzahl über 20 bis 40 Jahre. In so langen Zeiträumen ist natürlich vieles möglich", gibt der Infina-Chef zu bedenken. 

Daher sollten vorsichtige Kreditnehmer bereits heute eine Grundsatzentscheidung treffen, die
Kirchmair wie folgt beschreibt: "Nur wer auf dem aktuellen Niveau jetzt langfristig seinen Zins fixiert, hat tatsächlich Planungssicherheit". Und laut Kirchmair zeigt sich in der Praxis bereits, dass zunehmend sowohl lange Fixzinsbindungen (15 Jahre aufwärts) als auch deutlich längere Kreditlaufzeiten seitens der Kreditnehmer nachgefragt werden. "Bei manchen Instituten ziehen 70 bis über 80 Prozent der Wohnbaukreditnehmer derzeit Fixzinskredite vor“, so der Infina-Geschäftsführer. Zudem haben viele Kreditnehmer zwischenzeitlich erkannt, dass sich durch Anpassung beziehungsweise Umschuldung einer bestehenden Finanzierung auf einen Schlag erhebliche Summen einsparen lassen. Dies steigert laut Kirchmair die Anzahl der Abschlüsse noch zusätzlich. (gp)