Christoph Kirchmair, Gründer und CEO der Infina Credit Broker, hat es in den vergangenen Jahren geschafft, den größten unabhängigen Kreditvermittler Österreichs aufzubauen. 2019 vermittelte das Unternehmen fast eine Milliarde Euro an Wohnbaufinanzierungen an nahezu 100 Kreditinstitute. Mit dem de facto Berufsverbot für Finanzdienstleister steht nun auch Kirchmair vor einer der größten Herausforderungen seiner Karriere. Seinen Optimismus hat der Tiroler trotzdem nicht verloren. Schwierige Zeiten sind ihm schließlich auch nicht fremd. So erinnert sich der Kreditexperte noch gut an das Jahr 2008, als Fremdwährungskredite abgeschafft wurden.

"Damals hat die FMA an alle Banken die Empfehlung ausgesprochen, keine Fremdwährungskredite mehr an Verbraucher zu vergeben, darauf folgte eine schwierige Zeit für die heimischen Kreditvermittler. Wir konnten von dieser Entwicklung rückblickend jedoch deutlich profitieren", so der Infina-Chef. Ähnliche Parallelen sieht er auch der aktuellen Phase. “Ich bin davon überzeugt: Jetzt kommt unsere Zeit. Infina befindet sich in einer sehr guten finanziellen Situation, da wir in den vergangenen zehn Jahren die richtigen Strategien umgesetzt haben. Nun werden wir unsere gesamte Power dafür verwenden, um das Unternehmen auf das 'Danach' vorzubereiten. Wir sind auch heute wieder davon überzeugt, dass man aktuell mit Sachverstand agieren muss und es sich langfristig auszahlen wird", zeigt sich Kirchmair überzeugt.  

Noch keine wesentlichen Auswirkungen auf das Neugeschäft
Auch bei Infina zeigt sich dieser Tage der große Wert der langfristig aufgebauten digitalen Lösungen für die angebundenen Kreditvermittler. "Wer in diesen Zeiten nicht in der Lage ist, weiterhin für Kunden einen guten Service aufrechtzuerhalten, hat die Digitalisierung ohnehin verschlafen", meint Kirchmair. Bereits seit Jahren investiert die Infina-Gruppe daher Millionenbeträge in den Ausbau der Kreditplattform Profin. Und ein weiteres großes Investitionspaket für IT- und Marketingmaßnahmen ist laut Kirchmair auf dem Weg. Nicht zuletzt deshalb hat das Neugeschäft im laufenden Monat März 2020 trotz Covid-19 bereits am 25. März die 100-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Damit liegt man laut Infina trotz Krise auf einem ähnlichen Niveau wie im Vormonat. 

Umstellung auf Telearbeit
Mit der Umstellung auf Telearbeit hat Infina bereits seit Anfang März für alle 100 Verbundpartner die Videoberatung ausgerollt. Damit wurden die Berater in die Lage gebracht, mit ihren Kunden eine "persönliche" Online-Beratung durchzuführen. "Das Feedback ist äußerst positiv, und die Berater konnten die Umstellung geschlossen in überwältigender Geschwindigkeit realisieren. Über die Kreditplattform Profin werden tagesaktuell sämtliche Informationen der relevanten Kreditinstitute zu Covid-19 und der noch verfügbaren Notaren für die Urkundenbeglaubigung digital zur Verfügung gestellt", erklärt der Infina-Gründer.

Stundungen als Beruhigungspille
Die Infina-Partner sehen sich derzeit jedenfalls einem gestiegenen Informationsbedürfnis der bereits bestehenden Kunden gegenüber. "Viele Menschen sorgen sich jetzt um ihr Geld, dazu zählen auch Kredite. Eine punktgenaue Einschätzung der Lage und die passende Strategie kann existenzielle Risiken abwenden", so Kirchmair.

Von Seite der Banken werden derzeit vor allem Stundungen der Kreditraten angeboten, dies ist  laut dem Kreditexperten zwar eine sehr gute und schnelle Maßnahme besonders für Unternehmen, die wirklich in einer finanziellen Notsituation sind. Bei Privatkunden ist eine Stundung in vielen Fällen aber laut Infina noch nicht notwendig. "Schließlich verschiebt man die Probleme nur temporär nach hinten. Wir sehen uns als unabhängiger Wohnbau-Finanz-Experte jetzt besonders gefordert, um für die Kunden das richtige Maßnahmenpaket in Zusammenarbeit mit den Banken zu schnüren. Da geht es vor allem um Gestaltungsberatung und eine langfristige Liquiditätsplanung anstelle einer Beruhigungspille", so Kirchmair abschließend. (gp)