Die Fondsgesellschaft DWS hat 2021 von Anlegern unter dem Strich 47,7 Milliarden Euro an frischem Geld anvertraut bekommen. Die Deutsche-Bank-Tochter verzeichnete damit einen Rekordabsatz. Das verwaltete Vermögen kletterte wegen der hohen Zuflüsse sowie wegen der guten Marktlage auf 928 Milliarden Euro, teilt der Asset Manager mit. Die gute Entwicklung beflügelte auch Ertrag und Gewinn. Entsprechende Zahlen zur Geschäftsentwicklung hatte die DWS bereits in der vergangenen Woche vorab mitgeteilt (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Das Gros des Nettomittelaufkommens mit 25,9 Milliarden entfiel auf den Bereich "Passiv", in dem die Deutsche-Bank-Tochter das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und anderen an Kursbarometer gekoppelte Produkte gebündelt hat. Das aktive Segment des Hauses verzeichnete fast zehn Milliarden Euro an Zuflüssen. Im Vorjahr hatten die Frankfurter hier noch Abflüsse in ähnlicher Höhe erlitten. Allerdings zogen Investoren 2021 Geld aus Aktienflaggschiffen und dem aktiven Aktienbereich insgesamt ab. Bei alternativen Investments zog die DWS sechs Milliarden an Neugeld an, ebenso im Bereich aktive Geldmarktstrategien.

"Wachstumsstrategie trägt Früchte"
Die Fondgesellschaft, die von der Mutter Deutsche Bank 2018 in einem Börsengang teilweise in die Eigenständigkeit entlassen worden war, sieht sich angesichts der Entwicklung voll auf Kurs. "2021 war für die DWS das bisher beste Jahr überhaupt", lässt sich DWS-Chef Asoka Wöhrmann in einer Mitteilung zitieren. "Neue Rekorde bei Nettomittelzuflüssen, Erträgen und Gewinn beweisen, dass unsere Wachstumsstrategie – unterstützt durch das Vertrauen unserer Kunden – Früchte trägt." Wöhrmann hatte ein Sparprogramm ausgerufen. Das bereinigte Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) konnte er auf 58,1 Prozent verbessern.

Mit den vorgelegten Zahlen verfestigt sich der Eindruck, dass die gegen das Haus vorgebrachten Vorwürfe des "Greenwashing" das Geschäft zumindest bislang nicht schmälerten. Die ehemalige Nachhaltigkeitschefin Desiree Fixler hatte der DWS vorgeworfen, den Stand bei nachhaltigen Geldanlagen zu positiv dargestellt zu haben. Der Asset Manager bestreitet die Vorwürfe. Fixler war mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht zuletzt gescheitert. DWS-Chef Wöhrmann geriet nunmehr wiederum wegen des geplanten Kauf eines Sportwagens über einen Bekannten in den Fokus. Die DWS spricht von einer "böswilligen Kampagne" gegen Wöhrmann.

Wachstum mit geringeren Margen
Abgesehen davon ist offen, ob sich die jüngsten Erfolge bei Absatz, Ertrag und Kosteneinsparungen in die Zukunft fortschreiben lassen. Denn einerseits will Wöhrmann nun wieder investieren und wachsen, auch durch Zukäufe. "Mit Blick auf die Zukunft bleiben die Ziele für unsere zweite Phase als börsennotiertes Unternehmen ambitioniert", betonte er bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen. "Daher werden wir weiter in unsere Transformation investieren und unsere Wachstumsinvestitionen verstärken, wann immer wir die Möglichkeit sehen, unsere Plattform zu bereichern." Zudem wirft das starke Wachstum im passiven Segment die Frage auf, inwieweit dies auf längere Sicht die Profitabilität des Hauses schmälert. Denn mit den günstigeren ETFs lassen sich auch nur geringere Margen erzielen.

Dividende für Deutsche-Bank-Aktionäre
Zusammen mit der Tochter legte auch die Deutsche Bank Jahreszahlen vor. Das führende deutsche Geldhaus meldete mit 3,4 Milliarden Euro für 2021 den höchsten Vorsteuergewinn seit elf Jahren. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 1,9 Milliarden Euro. Den größten Beitrag zu dem guten Ergebnis lieferte das Investmentbanking. Im Privatkundengeschäft legten die Erträge leicht zu. Zudem winkt den Aktionären erstmals seit 2018 wieder eine Dividende, und zwar in Höhe von 20 Cent je Aktie. Zudem kündigte das Institut ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro an. (ert)