Nur wenige Wochen, nachdem die Aktionäre einen Übernahmeversuch vereitelt haben, will die S Immo mit der Immofinanz Verhandlungen über Verkäufe der gegenseitigen Anteile aufnehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein gütliches Ergebnis würde den Kontrahenten getrennte Wege ermöglichen. Beide Immobilienunternehmen hatten nach einer Flut feindseliger Äußerungen sogar die Schelte der österreichischen Übernahmekommission auf sich gezogen.

"Wir müssen beide im Interesse unserer Aktionäre handeln, daher bin ich ziemlich überzeugt, dass wir eine Lösung finden werden", sagte der S-Immo-Vorstandsvorsitzende Bruno Ettenauer laut Bloomberg. Sein Unternehmen bietet die rund 13-prozentige Beteiligung in Höhe von 260 Millionen Euro an der Immofinanz an – in der Hoffnung, dass Immofinanz auch ihren 26-Prozent-Anteil an S Immo abgibt.

Überkreuzbeteiligungen
Jahrelange erfolglose Versuche, die drei größten Immobilienfirmen des Landes zu fusionieren, haben in der österreichischen Hauptstadt ein Wirrwarr aus Überkreuzbeteiligungen hinterlassen. S Immo hielt neben den 13,4 Prozent an der Immofinanz weitere rund sechs Prozent an CA Immo. Ihren Anteil an der CA Immobilien Anlagen AG wird die S Immo diese Woche verkaufen.

Die S Immo will den Erlös aus dem Verkauf ihrer CA Immo-Beteiligung für andere Investitionen verwenden. "Wir haben unseren Gewinn gemacht und beschlossen, nicht weiter zu spekulieren", sagte Ettenauer. Er fügte hinzu, die hohe Beteiligung von Starwood an der CA Immo könnte die Liquidität der Aktie beeinträchtigen. Der US-Investor Starwood ist mit 27,7 Prozentgrößter Aktionär der CA Immo-Aktionär.

Neuinvestitionen von bis zu einer halben Milliarde Euro könnten nun getätigt werden, allerdings vorsichtig, angesichts der Pandemie und dem inflationären Umfeld. Dabei schaut der S Immo-CEO vor allem nach Osteuropa. In Deutschland will er eher den Einzug der Mieten verbessern. (eml/Bloomberg)