Kreditmakler haben bisher nur von einem geringen Einfluss der Covid-Pandemie auf das Verhalten der Banken bei der Immobilienfinanzierung berichtet. Nun zeigt eine Analyse des Vergleichsportals durchblicker.at eine Trendwende an. "Die Kreditzusage unterliegt härteren Restriktionen. Vor allem Selbständige bekommen derzeit nur schwer einen Kredit", erklärt Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at in einer Aussendung.

In den vergangenen Jahren befanden sich die Finanzierungskosten für Immobilien auf Talfahrt und eine Kreditzusage war relativ leicht zu bekommen. Das ändere sich nun: "Während das Zinsniveau mittlerweile annähernd auf Vor-Corona-Level ist, hat sich die Ablehnungsquote deutlich erhöht", so Baudisch. Die Banken würden nicht mehr so sehr auf das "Gesamtbild" achten, sondern bei der Bonitätsbewertung "besonders strenge Maßstäbe" anlegen.

Kurzarbeit als Hindernis
Neben Selbständigen und Ein-Personen-Unternehmen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Personen in Kurzarbeit, in einem befristeten Dienstverhältnis oder jene, die kürzer als sechs Monate angestellt sind, abgelehnt – selbst wenn der Partner regulär beschäftigt ist. Auch bei Eigenmittelquoten von weniger als zehn bis 20 Prozent kommt es öfter zu Absagen.

Das Vergleichsportal durchblicker.at hat Ende 2019 einen bankenübergreifenden Online-Kreditrechner zur Berechnung von Wohnbaufinanzierungen lanciert. Er ermittelt den Angaben zufolge individuelle Kredit-Angebote aus gut 60 heimischen Banken und Bausparkassen und prognostiziert dabei die Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Finanzierungszusage durch die Bank. (eml)