Das Geschäft mit Crowdinvestments steht seit jeher in der Kritik, und mit der jüngsten Immobilienkrise gerieten Schwarmfinanzierungen in dieser Assetklasse durch zunehmende Ausfälle der Investments zusätzlich in Verruf. Das hat Konsequenzen für die Crowdfunding-Plattformen: Sinkende Umsätze stellen das Geschäftsmodell auf die Probe. Das hat nicht bei allen ein gutes Ende. Die Wiener Vermittlerplattform Rendity stellt laut Medienberichten endgültig ihren Betrieb ein.

Das von Lukas Müller, Tobias Leodolter und Paul Brezina gegründete Unternehmen bot über die Rendity-Internetseite Immobilien-Investments ab 100 Euro an. Dabei handelte es sich um die Beteiligung an risikobehafteten Projektfinanzierungen und nicht direkt an den Immobilien. Die Anleger zeichneten in der Regel Nachrangdarlehen. Rendity sammelte nach eigenen Angaben bei mehr als 38.000 Investoren für 222 Immobilienprojekte 157 Millionen Euro ein. Davon sollen nur 71 Millionen Euro zurückgezahlt worden sein. Einer der Schuldner ist die insolvente VMF Immobilien, für die Rendity etwa zehn Emissionen vermittelte.

Neue Angebote macht Rendity seit bald zwei Jahren nicht mehr. Die Rendity Deutschland GmbH und die Rendity Securities GmbH in Deutschland wurden bereits 2024 in Liquidation geschickt. Die Gewerbeberechtigung in Österreich ruht seit Mai 2025. Die Internetplattform soll nun während des Liquidationszeitraums voraussichtlich mindestens bis Ende Mai 2026 betriebsfähig bleiben. (ae)