Klaus Kumpfmüller, seit 2020 Generaldirektor der Hypo OÖ, will die Nachhaltigkeitsbemühungen seiner Bank deutlich ausbauen. Der Anteil der nachhaltigen Veranlagungen soll in den nächsten drei Jahren verdoppelt werden, so Kumpfmüller in einer Aussendung. Wie hoch das aktuelle Niveau ist, geht nicht hervor. Gleichzeitig solle das Finanzierungsvolumen für ökologische und sozial nachhaltige Projekte in Oberösterreich gesteigert werden, heißt es ohne genauere Zahlenangabe.

Drei Viertel der Oberösterreicher erachten es bereits als wichtig oder sehr wichtig, dass bei der Veranlagung ökologisch-soziale Aspekte berücksichtigt werden, so die Hypo, die diese Zahl aus dem neu ins Leben gerufenen "Nachhaltigkeitsmonitor" abliest. Die Einstellungen der Bürger zur Nachhaltigkeit sollen künftig jährlich erhoben werden.

Weniger Zinsen für energieeffizienten Wohnbau
Mehr als die Hälfte der Oberösterreicher sehen derzeit die Finanzierung  nachhaltigkeitsbewusster Unternehmen als sehr wichtig an. Dazu kommt eine knappe Hälfte, die die Finanzierung energieeffizienter Wohnbauvorhaben als wesentlich erachtet. Bereits jetzt gebe es für solche Projekte einen günstigeren Kreditzinssatz, so Kumpfmüller. Die Hypo selbst ist stark auf den Wohnbau konzentriert; rund 70 Prozent des gesamten Finanzierungsvolumens entfallen auf diesen Bereich. Gezielte Finanzberatung, die diese Themen berücksichtigt, gewinnt laut den Umfrageergebnissen an Bedeutung.

Die Hypo OÖ sei vor vier Jahren eines der ersten heimischen Geldinstitute mit einem eigenen Nachhaltigkeitsrating im Prime-Status gewesen. Man wolle die "nachhaltigste Universalbank" im Bundesland sein, erklärt Kumpfmüller. Die Bank gehört mehrheitlich (50,6 Prozent) dem Land Oberösterreich, 41,1 Prozent hält die RLB Oberösterreich AG, 7,5 die Oberösterreichische Versicherung AG und 0,8 Prozent gehören den Mitarbeitern.

Für den Nachhaltigkeitsmonitor hat das Imas Institut Ende 2020 501 Oberösterreicher ab 16 Jahren befragt. In einer offenen Fragestellung sagten die meisten Bürger, dass sie unter Nachhaltigkeit vor allem Umwelt, Regional einkaufen und Wiederverwertung sehen. Ethisch-soziale Werte oder Arbeitsplätze/Wirtschaft fielen nur je drei Prozent ein und landeten damit im Schlussfeld. (eml)