HSBC will leistungsschwache Banker mit Null-Boni loswerden
Die HSBC verschärft ihren Vergütungskurs: Schwächere Leistung könnte künftig für Banker geringere oder gar keine Boni bedeuten. Konzernchef Georges Elhedery orientiert sich stärker an US-Wettbewerbern – und treibt parallel den Umbau der Bank voran.
Die HSBC bereitet sich darauf vor, einigen Bankern nur geringe oder gar keine Boni zu zahlen. Damit will das 160 Jahre alte britische Institut einen härteren, stärker leistungsabhängigen Kurs einschlagen und sich an Rivalen an der Wall Street orientieren.
Die Bank will leistungsschwächere Mitarbeiter in Bereichen wie Investmentbanking und Vermögensverwaltung nach den Bonuszahlungen in den kommenden Wochen zum Abgang bewegen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Dies könnte auch Managing Directors betreffen, sagten einige der Insider. Endgültige Entscheidungen seien jedoch noch nicht gefallen.
Elhedery setzt auf US-Vergütungspraktiken
Ein solcher Schritt steht im Einklang mit den Vorstellungen von Konzernchef Georges Elhedery, der die HSBC stärker an die Vergütungspraktiken amerikanischer Wettbewerber heranführen will.
Für die Mitarbeiter ist dies die jüngste harte Botschaft der Führungsspitze von Europas größter Bank, die sich mitten in einer umfassenden Umstrukturierung befindet.
Umbau seit Amtsantritt
Seit seinem Amtsantritt in der zweiten Jahreshälfte 2024 hat Elhedery den Großteil der Transaktions- und Aktienemissionsgeschäfte der HSBC in den USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa eingestellt. Gleichzeitig wurden die Geschäfts- und Investmentbanking-Bereiche zusammengeführt. Die Umstrukturierung führte zudem zum Ausscheiden mehrerer erfahrener Führungskräfte.
"Wir sind entschlossen sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter wettbewerbsfähig vergütet werden, mit einem Fokus auf leistungsabhängige Differenzierung, um Talente zu gewinnen und zu halten", sagte ein Vertreter der Bank.
Bonuspool bleibt stabil
Der gesamte Bonuspool der Bank für 2024 blieb mit 3,8 Milliarden Dollar nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr und widersetzte sich damit einem branchenweiten Trend zu höheren Auszahlungen. Einige Mitarbeiter, unter anderem im Bereich Corporate und Institutional Banking, wurden darauf hingewiesen, mit niedrigeren Boni rechnen zu müssen.
Die HSBC ist weiterhin das größte Finanzinstitut Europas mit einer Marktbewertung von rund 225 Milliarden Pfund. Damit liegt die Bank vor Banco Santander, UBS und BNP Paribas. (mb/Bloomberg)













