Die Covid-19-Pandemie wirkt bei vielen Unternehmen wie ein Brandbeschleuniger – so auch bei der Großbank HSBC. Bereits im Frühjahr verkündete das Institut, sein Sparprogramm auszuweiten. Von den Plänen, zu denen unter anderem Einsparungen in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar gehören, ist auch die deutsche Tochter HSBC Trinkaus & Burkhardt betroffen. Bis Ende 2022 sollen dort insgesamt 633 Vollzeitstellen verschwinden, sagte ein Sprecher der Bank dem "Handelsblatt". Die Zahl basiert auf den rund 3.000 Jobs, die es Ende 2019 bei der Deutschlandtochter der HSBC noch gegeben hatte. Rund 200 dieser Stellen sind bis Ende September bereits gestrichen worden.

Die Deutschland-Chefin des Instituts, Carola von Schmettow, hatte Ende der vergangenen Woche in der "Börsen-Zeitung" angekündigt, dass "das Gros der Jobs, die in Deutschland wegfallen, in Servicecenter der Gruppe ins Ausland abwandert". Viele Aufgaben, die bisher in Deutschland erledigt wurden, sollen nach Polen und Indien verlagert werden. Insgesamt werden so Ende 2022 rund acht Prozent weniger HSBC-Mitarbeiter auf dem deutschen Markt tätig sein, rechnet das "Handelsblatt". Konzernweit könnten durch die Einsparungen 35.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Einschnitte soll es vor allem in Europa und den USA geben.

Jobabbau in der Verwaltung
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hatte im Mai ihre Anteile an der deutschen HSBC-Tochter in Höhe von 18,7 Prozent an den britischen Mutterkonzern HSBC Holdings verkauft. Damit hält dieser nun 99,33 Prozent der Aktien. Die verbliebenen Aktionäre sollen eine Barabfindung bekommen. Als Hundert-Prozent-Tochter könne man "Offshoring-Möglichkeiten", also Jobverlagerungen ins Ausland, "ganz anders nutzen", so von Schmettow in der "Börsen-Zeitung". Gekürzt würden vor allem Stellen im Verwaltungsbereich sowie in den Stabsstellen. Es gehe "weniger um Beschäftigte, die am Kunden arbeiten". (fp)