Im Corona-Jahr 2020 verzeichnet die Bawag einen Nettogewinn von 284 Millionen Euro und damit einen Einbruch um gut 38 Prozent. Während der Nettozinsertrag um vier Prozent zulegte, was auf höhere zinstragende Aktiva zurückzuführen war, sank der Provisionsüberschuss kräftig um zehn Prozent: Zwar hatten alle Filialen während der Pandemie geöffnet, doch die Lockdown-Maßnahmen sorgten für einen Einbruch im Beratungs- und Transaktionsgeschäft. Operativ stand somit am Ende ein Einbruch um 5,5 Prozent zu Buche.

Grundsätzlich bleibt die Bawag im Konkurrenzvergleich sehr profitabel, auch wenn das Kosten-Einnahmenverhältnis um 1,6 Prozent auf 44,3 Prozent zulegte. Mittelfristig ist ein Wert von unter 40 angestrebt. Es sind also weitere Einsparungen geplant. Bereits 2020 wurden die operativen Aufwendungen um sechs Prozent gedrückt. Gleichzeitig zog die Bank weitere Effizienzmaßnahmen vor, die sich aber vorerst einmal mit 22 Millionen Euro an Kosten niederschlugen. Dazu kamen noch regulatorische Aufwendungen in Höhe von 59 Millionen Euro – darin enthalten zwölf Millionen Euro für die Einlagensicherung, deren Topf wegen der Commerzialbank-Pleite wieder aufgefüllt werden muss. Eklatant angestiegen sind in der relativen Betrachtung vor allem die Risikokosten um 224 Prozent auf 225 Millionen Euro.

Dividenden geplant
"Wir bleiben weiterhin vorsichtig und werden aufgrund der neuen Lockdowns und der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit in den kommenden Monaten weiterhin auf eine um-sichtige Art und Weise handeln", heißt es dazu. Indes bleibt aber das Dividendenziel (50 Prozent des Nettogewinns) weiter aufrecht.

Für 2019 und 2020 will die Bank je 230 Millionen Euro auszahlen, darin enthalten sind insgesamt 88 Millionen Euro Sonderdividende. Der Abzug der 460 Millionen schmälert die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) von 16,3 auf 14 Prozent. Das eigene CET1-Ziel liege bei 12,25 Prozent, während die regulatorische Eigenkapital-Mindestanforderung bei 9,13 Prozent liege. Angesichts der EZB-Mahnung zur Zurückhaltung bei Ausschüttungen will die Bawag im ersten Quartal 2021 vorerst nur 40 Millionen Euro ausschütten, den Rest dann gegen Ende des Jahres, vorbehaltlich der Zustimmungen durch die Aktionäre und Aufsicht. (eml)