Hochprofitabel trotz Gewinneinbruch: Ökoworld legt Zahlen vor
Die Ökoworld kämpft mit der nachlassenden Nachfrage nach Nachhaltigkeitsfonds. Glück im Unglück: Der neue Vorstand weiß das dicke Polster einer soliden Bilanz hinter sich, mit der sich die Probleme angehen lassen – auf dass es bald wieder bergauf geht.
Die Ökoworld-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 deutlich weniger Umsatz und Gewinn verzeichnet als im Vorjahr – und dennoch sehr profitabel gewirtschaftet. Der Umsatz sank um 17,6 Prozent auf 51,3 Millionen Euro. Der Konzernjahresüberschuss brach sogar um 32,3 Prozent ein, blieb mit 18,2 Millionen Euro in Relation zum Umsatz allerdings auf komfortabel hohem Niveau: Eine Umsatzrendite von gut 35 Prozent nach Steuern darf in der Branche als Ausnahmewert gelten.
Auch einige andere Bilanzkennzahlen dürften Mitbewerber vor Neid erblassen lassen: Die Eigenkapitalquote liegt bei 90,1 Prozent, die liquiden Mittel summieren sich auf 123,7 Millionen Euro. Hintergrund ist, dass die Ökoworld jahrelang stark vom Boom nachhaltiger Geldanlagen profitieren konnte. Die Gebühren der firmeneigenen Publikumsfonds liegen über dem Branchenschnitt, deshalb bleibt trotz eines überschaubaren Volumens unter dem Strich viel Geld im Unternehmen hängen.
Deutlich sinkendes Fondsvolumen
Dennoch macht die Gesellschaft, die jüngst ihr 50-jähriges Bestehen feierte, eine schwierige Zeit durch. Im Jahr 2021 verwalteten die fünf Ökoworld-Fonds mehr als vier Milliarden Euro, per Ende 2025 waren es nur noch 2,35 Milliarden Euro. Damit ist das Volumen dieser Anlageprodukte allein in den vergangenen zwölf Monaten um rund 620 Millionen Euro geschrumpft. Die Fonds bewegten sich "derzeit in einem schwierigen Marktumfeld, das vom Trend zu passiven Investments und von einer gegen das ESG-Segment gerichteten Stimmung geprägt ist", teilt das Unternehmen mit.
"Angesichts der schwierigen Ausgangslage sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagt Ökoworld-Vorstandschef Oliver Pfeil. Das Unternehmen sei "weiterhin sehr profitabel, finanziell stabil und in der Lage, hohe freie liquide Mittel in seine Zukunft zu investieren".
Neue Unternehmensstrategie
Der Asset Manager legte im vergangenen Jahr eine neue Strategie vor, die das Unternehmen mittelfristig wieder auf den Erfolgspfad zurückführen soll. Dazu gehören Verbesserungen im Portfoliomanagement, eine Stärkung des Vertriebs, die Ansprache jüngerer Kundengruppen und nicht zuletzt neue Produkte – geplant ist unter anderem ein aktiver ETF.
Für dieses Jahr rechnen Pfeil und sein Team jedoch abermals mit "einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis". Als Gründe nennt das Unternehmen ein sich weiter veränderndes Anlegerverhalten, den ungebrochenen Trend zu passiven Investments, die zunehmenden Handelskonflikte und das volatile politische Umfeld.
"Jahr der Innovationen"
"2026 setzen wir unsere neue Strategie um. Es wird das Jahr der Innovationen, mit denen wir die Trendwende einleiten", kündigt Pfeil an. "Die neue Ökoworld wird moderner, schlanker und virtueller", verspricht er. Dazu gehörten KI-gestützte Prozesse im Risikomanagement und der Portfoliosteuerung sowie neue Produkte, mit denen junge Anleger für die nachhaltige Geldanlage begeistert werden sollen. "Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt", meint der Ökoworld-Chef. "Allerdings benötigen solche Maßnahmen Zeit, um zu wirken." (bm)















