Das Frankfurter Institut Hauck & Aufhäuser hat seine Pläne für einen Fondsvertrieb in China konkretisiert. "Wir werden uns in diesem Quartal um eine Lizenz bewerben, damit wir voraussichtlich 2019 in China Aktien- und Anleihefonds selbst managen und verkaufen können", sagt Bankchef Michael Bentlage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)". Demnach will das Geldhaus eigens für chinesische Privatanleger konzipierte Wertpapierfonds aufgelegt und im Reich der Mitte vertreiben.

Hauck & Aufhäuser dürfte sich bei der Expansion nach Fernost auf seinen Eigentümer Fosun stützen. Das chinesische Konglomerat hatte das Traditionshaus nach einem längeren Verfahren 2016 schließlich übernommen. Schon Ende vergangenen Jahres hatte Vorstandschef Bentlage im Interview mit FONDS professionell ONLINE angekündigt, Fonds in China vertreiben zu wollen.

Markenname noch offen
So geht das Institut mit etwa fünf bis zehn Mitarbeitern in China an den Start. In drei Jahren könnten es dann 30 bis 50 sein. Unter welcher Marke die Bank im Reich der Mitte startet, sei noch nicht ganz klar. Der nach Ansicht von Bentlage positiv besetzte Name Hauck & Aufhäuser komme dabei durchaus in Frage, die Marke Fosun eher nicht, heißt es in der "FAZ". Jüngst hatte das Institut angekündigt, seinen Asset-Management-Bereich mit dem Run-off-Spezialisten Frankfurter Leben zusammenzulegen.

Das Institut trachtet danach, von der langsamen Öffnung Chinas für ausländische Finanzdienstleister zu profitieren. So konnten zunächst in Hongkong zugelassene Fonds auch auf dem Festland vertrieben werden. Daneben durften westliche Asset Manager Partnerschaften mit lokalen Anbietern eingehen. Unter den deutschen Fondsgesellschaften betreibt etwa Union Investment ein Joint Venture mit der Hongkonger Bank of East Asia.

Stockende Öffnung
Seit 2017 können ausländische Anbieter auch eigene Töchter in China gründen. Allerdings gerät der Öffnungsprozess immer wieder ins Stocken. So legten die Behörden etwa nach dem chinesischen Aktienmarkt-Crash 2015 zahlreiche Anträge auf Eis und siebten zunächst unter den heimischen Anbietern schwarze Schafe aus. (ert)