Für Kleinunternehmer oder Einpersonenunternehmen heißt es vorerst noch warten auf etwas mehr Geld. Viele stehen seit den Mitte März erlassenen Covid-19-Einschränkungen ohne Einnahmen da. Aus dem für diese Gruppe eingerichteten Härtefallfonds (HFF) gab es bis jetzt nur 500 bis 1.000 Euro. Erst nach Ostern können signifikant bedrohte Unternehmer Antrag auf die Hauptleistung aus dem HFF stellen, die Zugang zu bis zu 6.000 Euro ermöglicht. Details gab die Regierung in der Vorwoche bekannt. 

Ab 16. April können Betroffene die Unterstützung beantragen. Diese ersetzt bis zu 80 Prozent des Verdienstentgangs in einem "Covid-Monat“ (erster Betrachtungszeitraum 16.03. bis 15.04.) im Vergleich zum früheren Einkommen. Gedeckelt ist der Betrag mit 2.000 Euro pro Monat. Die Leistung wird für maximal drei Monate ausbezahlt. Die Auszahlung soll laut Finanzministerium "innerhalb weniger Tage" erfolgen.

Umsatzeinbruch nachweisen
Basis für den Anspruch sind die Daten aus dem letztverfügbaren Steuerbescheid beziehungsweise aus dem Durchschnitt der letzten drei verfügbaren Steuerbescheide. Der Antragsteller muss den Umsatzeinbruch selbst nachweisen  – beispielsweise durch Registrierkassabelege oder Kontoauszüge.

Neu ist, dass mehr Unternehmer an das Geld im Fonds kommen: Im Gegensatz zur ersten Tranche entfallen sowohl eine Verdienst-Obergrenze als auch die Untergrenze als Eintrittskriterium, wie das Finanzministerium bekannt gab. Auch sind künftig Mehrfachversicherungen sowie Nebenverdienste kein Ausschlussgrund mehr. Außerdem können nun auch Neugründer (Gründung ab 1.1.2020) einen Pauschalbetrag beziehen. Das Geld in diesem "Erste-Hilfe-Fonds" wurde von davor einer Milliarde auf zwei Milliarden Euro aufgestockt.

Antrag für Corona-Hilfs-Fonds diese Woche möglich
Zusätzlich zum Härtefall-Fonds hat die Bundesregierung vergangenen Freitag auch die Details zu dem mit 15 Milliarden Euro dotierten Corona-Hilfs-Fonds bekanntgegeben. Im Unterschied zum HFF, der auf eine Unterstützung des individuellen Unternehmers abzielt, geht es hier um Leistungen an die Unternehmen als solche. Ab Mittwoch dieser Woche (8. April) können im Rahmen dieses Fonds erstmals Kreditgarantien beantragt werden. Der Antrag ist über die Hausbank einzurechen. Eine Registrierung beim aws für Fixkostenzuschüsse dann ab 15.4.2020 möglich.

Der Hilfsfonds besteht aus einer Garantie zur Besicherung von Betriebsmittelkrediten mit 90 Prozent Haftung für die Kreditsumme und einem steuerfreien, nicht rückzahbaren Zuschuss von bis zu 75 Prozent Ersatz für bestimmte Betriebskosten, sowie für verderbliche und saisonale Waren. (eml)


Service: Informationen zumHärtefallfonds auf der WKO-Website
Informationen zum Hilfsfonds im Webangebot der WKO
Informationen zum Härtefallfonds und Hilfsfonds beim Finanzministerium