Der nicht unumstrittene Kapitalsammler Lars Windhorst hat eigenen Angaben zufolge einen Disput mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin beendet. "Ich habe heute mit Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Einlagen in Höhe von insgesamt 132,5 Millionen Euro zurückgezahlt, deren Entgegennahme nach Einschätzung der Bafin eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) bedurft hätte", schreibt Windhorst auf seinem Twitter-Account. "Durch die Rückabwicklung erledigen sich die Rechtsstreitigkeiten mit der Bafin, die bei Gerichten anhängig sind", fasst er seine Wahrnehmung des Konflikts zusammen.

Im Sommer war bekannt geworden, dass die Aufsicht Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz aufnimmt. Zudem hatte die Behörde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet. Die Ermittlungen hatten das Finanzvehikel Evergreen zum Kern, das Windhorsts Tennor Holding zugerechnet wird. Der Financier des Hauptstadtclubs Hertha BSC wollte über Evergreen ursprünglich unter anderem Wertpapiere zurückkaufen, welche die Investmentboutique H2O Asset Management in ihren Fonds hält.

Illiquide Investments
Die Finanzaufsicht monierte jedoch, dass für solcherlei Geschäfte eine Banklizenz erforderlich sei. Windhorst selbst hatte sich im Sommer dessenthalben verständnislos gezeigt. "Wir sind absolut sicher, dass die Anschuldigungen jeder Grundlage entbehren, da weder Evergreen Funding noch eines der Unternehmen der Gruppe regulierte Bankgeschäfte betrieben haben", schrieb er auf Twitter damals. Nun heißt es: "Ich freue mich, dass ich die Einlagen mit Zustimmung der Bafin rückabwickeln konnte". Eine Bestätigung der Bafin steht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, die als Erste über die neuen Tweets berichtete, noch aus.

Seinen Anfang genommen hatte das Drama mit den massiven Investments der von Starmanager Bruno Crastes gegründeten Gesellschaft H2O in wenig liquide Papiere aus dem Windhorst-Umfeld. Als das Engagement im Sommer 2019 bekannt wurde, zogen Anleger Milliarden aus den Fonds ab. Als sich die Lage zeitweilig zu beruhigen schien, folgte der Corona-Crash, in dessen Nachgang die französische Finanzaufsicht die zeitweilige Schließung mehrerer H2O-Portfolios anordnete. Diese wurden dann in liquide und illiquide Teile aufgespaltet. Die ersteren sind wieder offen, letztgenannte sollen aufgelöst werden.

Ausgang unklar
Hernach entwarf man den Plan, dass Windhorst die illiquiden Wertpapiere zurückkauft. Das Verfahren geriet jedoch ins Stocken. Welche Folgen die Rückabwicklung des Geschäfts rund um Evergreen wegen der Bafin-Bedenken für die Abwicklung der illiquiden H2O-Teilfonds hat, ist gegenwärtig offen. Die Investmentboutique hatte im Mai mitgeteilt, das eine Anleihe ausgegeben werde, mit der die Verbindlichkeiten von Windhorsts Tennor Holding restrukturiert werden sollen. Weitere Details hierzu hat H2O hierzu bislang nicht veröffentlicht. (ert)