Die Erste Sparinvest Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. (Espa), die größte Fondsgesellschaft des Landes, hat mit ihrer kleinen Mutter Erste Asset Management GmbH (EAM) fusioniert. Das teilte die EAM in einer Aussendung mit. Die Finanzmarktaufsicht hat demnach den Zusammenschluss bereits genehmigt. Die Verschmelzung wurde mit der Eintragung ins Firmenbuch am 3.11.2018 wirksam und erfolgt (buchhalterisch) rückwirkend zum 31.12.2017.

Erwartete Strukturbereinigung
Die Strukturbereinigung macht in zweierlei Hinsicht Sinn. Zum einen waren seit langem Mutter und Tochter bei Marktauftritt oder Online­prä­senta­tion kaum mehr zu unterscheiden. Zum anderen zeigt aber auch der Blick auf die Rangliste der heimischen KAGs, dass es für die EAM Grund gab, gerade jetzt zu handeln: Die Tochter Espa hat nach der Verschiebung eines Fondsmantels innerhalb der Vermögensverwaltung der Erste Group (FONDS professionell berichtete) einen Rückgang bei den Assets under Management zu verzeichnen: Statt gut 34 Milliarden Euro im Jahr 2017 sind es aktuell gut 32 Milliarden Euro. Die heimische Nummer zwei, die Raiffeisen KAG, ist hingegen von 30,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 31,2 Milliarden angewachsen (Zahlen VÖIG).

Nach der Fusion bleiben keine Diskussionen, wer die Nummer Eins ist. Die EAM, die laut VÖIG einen Marktanteil von derzeit 3,19 Prozent hat, kommt mit den 18,44 Prozent der Espa auf 21,63 Prozent. Bei der Raiffeisen KAG sind es 17,98 Prozent. Allerdings könnte sich dieses Karussell weiter drehen. Die Raiffeisen KAG besitzt zum Beispiel bereits 75 Prozent an der Raiffeisen Salzburg Invest KAG (0,7 Prozent Marktanteil). Auch hier wird des Öfteren über eine komplette Verschränkung spekuliert. Am Raiffeisen Sektor gibt es außerdem mit der Kepler Fonds KAG (8,93 Prozent Martkanteil), die zu 64 Prozent der RLB-OÖ gehört, noch eine eigenständige Kapitalanlagegesellschaft.

"Logischer Schritt"
"Die Verschmelzung ist ein logischer Schritt in Richtung Vereinfachung der Organisationsstruktur des Asset Managements in der Erste Bank Gruppe und ermöglicht einen einheitlichen Auftritt an unseren Standorten  und bei unseren Vertriebsaktivitäten", betont Heinz Bednar, Vorsitzender der Geschäftsführung der EAM. Die Zusammensetzung der Geschäftsführung der EAM bleibt unverändert und besteht aus Heinz Bednar (CEO), Winfried Buchbauer, Wolfgang Traindl und Peter Karl.

Alle Mitarbeiter der Espa werden in die EAM übernommen. Das gilt auch für die Organisationseinheiten mit ihren Führungskräften. Sämtliche von der Espa verwalteten Investmentfonds und somit das gesamte von der Espa verwaltete Fondsvermögen in der Höhe von 32,1 Milliarden Euro (Stand per 29.9.2018) wird ab der Wirksamkeit der Verschmelzung von der EAM verwaltet. Die Investmentfonds der Espa werden wie bisher weitergeführt, das gilt auch für die Fondsnamen. Für die Anleger der Espa-Investmentfonds ergeben sich aus der Verschmelzung keine Veränderungen, heißt es. (eml)