Griechenlands Bankensektor droht, im Zuge der Coronakrise ins Schlittern zu geraten. Die vier systemrelevanten Geldhäuser Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Piraeus Bank müssen sich auf massive Kreditausfälle einstellen, berichtet das "Handelsblatt". Der griechische Zentralbank-Gouverneur Yannis Stournaras geht davon aus, dass in den Bilanzen der Banken Problemkredite in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro schlummern.

Kreditausfälle schwächen die Kapitalisierung der Institute, warnt der Notenbankchef. Um diese Gefahr abzuwenden, schlägt er vor, notleidende Darlehen auf eine Art Bad Bank zu übertragen, einer Asset Management Company. Dieser Zweckgesellschaft sollen die Geldhäuser notleidende Ausleihungen in Höhe von 40 Milliarden Euro übertragen, und zwar zum aktuellen Buchwert, also abzüglich bereits vorgenommener Rückstellungen.

Jeder dritte Kredit wackelt
Es ist nicht das erste Mal, dass die Kapitalisierung von Griechenlands Banken im Zuge einer Rezession ins Wanken gerät. Während der Schuldenkrise im vergangenen Jahrzehnt waren mehr als 50 Prozent der ausgereichten Darlehen notleidend. Aktuell sind es rund 35 Prozent. In der Eurozone lag die durchschnittliche Quote Mitte 2020 bei 2,8 Prozent. (fp)