Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im ersten Quartal 2019 einen herben Gewinnrückgang um 21 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreseitraum erlitten. Der Grund hierfür war vor allem ein schwächeres Ergebnis im Handel von und mit Aktien und Anleihen. Die Einnahmen sanken hier gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel. Bei der Beratung von börsen- oder fusionswilligen Firmenkunden trat das Geschäft auf der Stelle, wie die Großbank mitteilte. Über das gesamte Haus hinweg gingen die Erlöse im Startquartal um 13 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zurück.

Mit diesen Ergebnissen bleibt die führende US-Investmentbank hinter den Ergebnissen von Rivalen wie JP Morgan, Wells Fargo oder Citigroup zurück. Die Goldman-Sachs-Führungsriege hatte mit durchwachseneren Resultaten gerechnet und sich bereits einen Umbau verordnet. "Wir konzentrieren uns auf neue Möglichkeiten, unser Geschäft auszubauen und breiter aufzustellen", erklärte der neue Goldman-Chef David Solomon. Er hatte im Oktober 2018 den Vorstandsvorsitz und im Januar 2019 den Verwaltungsratsvorsitz von Lloyd Blankfein übernommen.

Kleinvieh macht auch Mist
Das Institut will sich unabhängiger vom stark schwankenden Handelsgeschäft machen. Goldman-Chef Solomon durchleuchtet derzeit alle Geschäftsfelder. Die Ergebnisse der Überprüfung wollte er eigentlich schon in den kommenden Monaten vorstellen, hat dies aber auf 2020 verschoben. Dennoch geht das 150 Jahre alte Institut einige Punkte bereits an, um besser gerüstet zu sein.

Zum einen stößt der Wall-Street-Gigant ins Geschäft mit Kleinsparern vor. Bereits seit geraumer Zeit bietet die Bank über die Online-Plattform "Marcus" Kleinkredite und Sparkonten an. Zum anderen will das Haus seine Dienste auch mittelständischen Firmen anbieten. Ein eigenes Team an Investmentbankern soll Unternehmen mit einem Marktwert von weniger als zwei Milliarden Dollar beraten, wie die Führungsspitze bei der Vorlage der Quartalszahlen ankündigte. Zuletzt will Goldman Sachs seinen Großkunden auch Zahlungsabwicklungen anbieten. Hier überlässt das Haus das Feld bislang den Konkurrenten. (ert)