Goldman Sachs will Diversitäts-Kriterien für Verwaltungsrat abschaffen
Goldman Sachs möchte Diversitäts-Kriterien bei der Auswahl potenzieller Verwaltungsratskandidaten streichen. Der Schritt reiht sich in eine breitere Abkehr von DEI-Vorgaben an der Wall Street ein.
Goldman Sachs plant laut einem Bericht des "Wall Street Journal", Diversitäts-Kriterien aus den Faktoren zu entfernen, die bei der Identifikation potenzieller Kandidaten für den Verwaltungsrat berücksichtigt werden.
Die Bank erwäge die Änderung nach einer Anfrage des National Legal and Policy Center im vergangenen September. Die gemeinnützige Organisation hat sich gegen DEI-Regeln ausgesprochen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Eine in Hongkong ansässige Sprecherin von Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme ab.
Änderungen dürften noch diesen Monat beschlossen werden
In früheren Erklärungen hatte Goldman Sachs Faktoren für die Nominierung von Direktoren aufgeführt, darunter auch ethnische Zugehörigkeit, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung. Der Verwaltungsrat – der derzeit fünf Frauen und neun Männer umfasst – dürfte die Änderungen noch in diesem Monat genehmigen, so das "WSJ".
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Investmentbank Hinweise auf mehrere Diversitäts-Ziele aus einer wichtigen regulatorischen Einreichung gestrichen. Zudem gab Goldman Sachs ein Versprechen auf, keine Börsengänge von Unternehmen zu begleiten, deren Boards ausschließlich aus weißen Männern bestehen.
Trend zu Rollbacks an der Wall Street
Die Rücknahmen bei DEI stehen im Einklang mit ähnlichen Kurswechseln anderer Wall-Street-Institute, darunter Citigroup und Bank of America. Sie folgen zudem der Kampagne von US-Präsident Donald Trump, Unternehmen dazu zu drängen, Gleichstellungspolitiken aufzugeben, die seine Regierung als diskriminierend betrachtet.
Die durchschnittliche Zustimmung zu DEI-bezogenen Aktionärsanträgen fiel 2025 auf acht Prozent, nach 14 Prozent im Vorjahr und einem Rekordwert von 36 Prozent im Jahr 2021, wie "Bloomberg Intelligence" in einem Bericht vom Oktober mitteilte. (mb/Bloomberg)















