Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein hat beim Goldhändler TGI eine Razzia durchgeführt. Das berichteten in Österreich die "Kronen Zeitung" und in Liechtenstein die Tageszeitung "Vaterland". Demnach ließ die Behörde am Dienstag (2.6.) die Firmenzentrale in Vaduz durchsuchen. Sie hat Vorerhebungen gegen mehrere Personen wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs, Geldwäsche und möglichen Verstößen gegen das Bankengesetz eingeleitet. Es gilt für alle die Unschuldsvermutung.

TGI ist Sponsor des Kärntner Fußball-Drittligisten Austria Klagenfurt. Laut "Krone" hat man bei dem Verein keine Kenntnis der Sachlage. Ein Funktionär hofft, "dass die Zusammenarbeit so weitergeht". Chef der TGI ist Helmut Kaltenegger. Er hat als Finanzier die Austria Klagenfurt im Insolvenzverfahren gerettet; ihm sei das Präsidentenamt zugesichert worden. 

Mehrere Behörden warnen
Das Geschäftsmodell der TGI steht seit Längerem in der Kritik. Bereits 2025 gab es eine Meldung der liechtensteinischen Finanzmarktbehörde FMA. Im Frühjahr 2026 kamen zu einer erneuten liechtensteinischen Warnung auch Alerts der österreichischen Aufsicht FMA und der deutschen Bafin. Die Bafin moniert ein fehlendes Verkaufsprospekt für den "Goldkauf mit Rabatt". Die FMA in Wien wiederum warnt, dass die TGI keine Berechtigung habe, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen, also keine Kundengelder annehmen darf. Das Unternehmen hat dagegen laut FMA aufbegehrt und einen Antrag auf Überprüfung gestellt. 

In einer Stellungnahme auf ihrer Homepage weist die TGI AG die Vorwürfe des Betrugs und der Geldwäsche zurück. Man kooperiert mit den Ermittlungsbehörden. Der Geschäftsbetrieb werde uneingeschränkt fortgesetzt, das heißt, es werde weiter Gold verkauft und Rabatte würden "wie vereinbart ausbezahlt".

Unklarheit über Bestände
TGI bietet seinen Kunden unter anderem einen Goldkauf mit Abschlag von 72 Prozent an, wobei eine Wartezeit von drei Jahren für die Auslieferung gilt. In Onlineforen tauschen sich Anleger schon seit Langem kritisch zu dem Unternehmen aus. Das "Handelsblatt" berichtet über ein Verkaufsevent, in dem der TGI-Chef die Anschuldigungen mit Kraftausdrücken vom Tisch wischt. Ebenso geht es in dem Bericht um einen Gutachter aus Sierra Leone, der die Einlagerung von über zwei Tonnen Gold bestätigt haben soll. Wobei nicht zu erkennen sei, dass die Zentrale im Kosovo die Assets treuhänderisch verwahrt. Die Bestände seien laut Firmenangaben von einem Grant-Thornton-Prüfer stichprobenartig kontrolliert worden. Eine Berechnung des "Handelsblatts", wonach auf Basis verfügbarer Zahlen eine enorme Zahlung von rund 900 Millionen Euro nach Afrika geflossen sein müsste, weist das Unternehmen zurück. (eml)