Im Skandal um die Veranlagungsfirma Gold professionell, der 2016 seinen Lauf nahm, ist es im vergangenen Jahr ruhig geworden. Nun scheint jedenfalls aus Anlegersicht wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Denn nach Informationen der Kanzlei Neumayer, Walter & Halsinger wurde kürzlich der Rechtsanwalt und Notar Theodor G. Seitz vom Landgericht Innsbruck zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig.

Seitz hatte wie berichtet schriftlich bestätigt, dass Gold professionell in den Depots so viel Edelmetall gelagert hat, wie das aufgrund der Investorenaufträge der Fall sein müsste. Mit dieser Bestätigung hatte das Unternehmen im Vertrieb geworben, sie dürfte jedoch inkorrekt gewesen sein. "Aufgrund der unrichtigen Prüfberichte wurde Notar Dr. Seitz zum vollständigen Ersatz der Veranlagungssumme zuzüglich Zinsen verurteilt“, berichtet der Wiener Rechtsanwalt Wolfgang Haslinger, der geschädigte Anleger vertritt.

Gold professionell ging wie berichtet 2016 bankrott. Zunächst hatte die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma die Gold professionell AG in der Schweiz in den Konkurs geschickt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen die Geschäftsleitung auf, die laut Haslinger noch laufen. Im Herbst 2016 ging auch die österreichische Gesellschaft von Gold professionell in die Insolvenz. Den Schaden haben mehrere tausend Anleger, die zusammen mehr als zehn Millionen Euro bei dem Unternehmen angelegt hatten. (ae)