Geld kann Beziehungen kompliziert machen. Weil der eine weniger hat und sich unter Druck gesetzt fühlt von den Ansprüchen des anderen, oder weil immer einer bezahlt, während der andere es dauernd vergisst, oder wenn die Partnerschaft in die Brüche geht und die emotionale Buchführung auch nach einer finanziellen Abrechnung verlangt.

Um Konflikte so gering wie möglich zu halten, empfiehlt Eva-Maria Weidl, Leiterin des Bereichs Family Wealth im Bankhaus Carl Spängler, drei Konten zu führen – eines je Partner, auf das die jeweiligen Gehälter eingehen, sowie ein Gemeinschaftskonto, von dem die gemeinsamen Ausgaben für Wohnen, Familie und Co. abgebucht werden. Ein gemeinsames Konto habe aufgrund der Transparenz nicht nur bei Trennungen Vorteile, sondern auch im Ablebensfall, weil der Hinterbliebene vollen Zugriff erhält, schreibt Weidl in einer Aussendung des Verbands der Financial Planners. Einzelkonten hingegen werden gesperrt, bis der Nachlass geregelt ist.

Vorsorge schützt vor der Armutsfalle
Gesprochen werden sollte auch über die Alterssicherung. Besonders, wenn ein Elternteil wegen der Kindererziehung weniger Erwerbszeiten vorweisen kann, könnte er sonst in der Pension, beim Tod des Ehepartners oder bei einer Scheidung von Armut betroffen sein. "In einer gesunden Beziehung tragen beide zur finanziellen Unabhängigkeit des jeweiligen Partners beziehungsweise der Partnerin bei", so Weidl.

Eine gute, aber noch kaum bekannte Form der Absicherung sei das Pensionssplitting, so Weidl. "Wenn etwa der Mann erwerbstätig ist und der Frau die Betreuung der gemeinsamen Kinder obliegt, erhält die Frau vom Kalenderjahr der Geburt bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes eine Pensionsteilgutschrift von den Pensionsansprüchen des Partners, die ihre eigene Pension erhöht", erklärt die Finanzberaterin. Der Antrag muss bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr des jüngsten Kindes gestellt werden.

"Paare sollten sich offen über finanzielle Wünsche, Erwartungen und Ziele austauschen – und zwar am besten, wenn die Beziehung noch frisch ist, um etwaige Ungereimtheiten sofort aus der Welt zu schaffen", so Weidl. Laut einer Studie des Marketagent Instituts im Auftrag der Job-Plattform Kununu ist oft das Gegenteil der Fall: Nur rund zwei Drittel der Österreicher wissen, wie viel der Lebenspartner verdient. Und davon hat nur rund die Hälfte (55 Prozent) die Höhe des Gehaltes von sich aus erzählt. (eml)