Insgesamt 344 Millionen Euro müssen die vier Banken HSBC, Barclays, Natwest Group und Credit Suisse zahlen, wie die EU-Wettbewerbsbehörde am Donnerstag bekannt gab. Der Grund für die Strafe: Devisenhändler hatten via Online-Chat Informationen ausgetauscht und ihre Handelsstrategien abgestimmt. Während sich die drei britischen Banken ob ihres Fehlverhaltens einsichtig zeigten und daher eine Strafminderung von zehn Prozent erhielten, zog die Credit Suisse es vor, den vollen Betrag zu zahlen, berichtet das "Handelsblatt". Sie hatte im März beteuert, sich nicht an wettbewerbswidrigem Verhalten beteiligt zu haben.

Geständig zeigte sich indessen die UBS. Eine Strafe blieb ihr dennoch erspart, weil sie die EU-Kommission über das Kartell informiert hatte. Man sei froh, die Altlast entsorgt zu haben, ließ ein Sprecher der Schweizer Großbank verlauten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager möchte mit der Strafe "eine klare Botschaft" senden, für den sauberen Wettbewerb im Finanzsektor einzutreten. Die heimlichen Absprachen hätten dessen Integrität untergraben.

So teuer wird es
Am kostspieligsten wird es nun für die HSBC, die 174,3 Millionen Euro zahlen muss. Die Geldbuße der uneinsichtigen Credit Suisse beläuft sich auf 83,3 Millionen, die für Barclays auf 54,3 Millionen Euro. Bei der Natwest Group, die damals noch Royal Bank of Scotland (RBS) hieß, sind es 32,5 Millionen Euro. Sie hatte schon 2019 wegen eines ähnlichen Vergehens eine Buße zahlen müssen. (fp)