Berenberg expandiert in Richtung London. Zumindest gilt das für den Bereich "Corporate Finance" (Unternehmensfinanzierung). Dieser Geschäftsbereich wird in Kontinentaleuropa neu geordnet: Statt diesen wie bisher auf Frankfurt, Paris und Brüssel zu verteilen, soll dieser künftig zentral von London aus gesteuert werden. "Wir werden die Corporate-Finance-Einheit für Kontinentaleuropa nach London verlegen”, sagt Fabian de Smet, Chef für das Investmentbanking in der Region, gegenüber Bloomberg. “Wir bewegen uns von einem generalistischen lokalen Ansatz hin zu einem sektororientierten.”

Nachdem Berenberg lange Zeit vor allem kleine Firmen in dem Bereich betreut hatte, waren zuletzt verstärkt auch Mid-Caps in den Fokus gerückt, für die ein lokaler Ansatz weniger von Bedeutung ist.

Mitarbeiter sollen nach London umziehen
Das Corporate-Finance-Team von Berenberg in London wird de Smet zufolge von derzeit zehn Mitarbeiter auf etwa 20 bis 25 Personen anwachsen. Die Gesamtgröße des Teams ändere sich nicht. "Wir bieten betroffenen Mitarbeitern an, nach London zu wechseln oder an ihrem derzeitigen Standort andere Aufgaben zu finden”, so de Smet. "Einige Kollegen haben sich bereits bereit erklärt, umzuziehen. Offen sind vor allem noch Stellen für die Sektoren Gesundheitswesen und Finanzen.”

Bereits 2021 hatte Berenberg, die nach der Banca Monte dei Paschi di Siena zweitälteste Bank der Welt, den Standort London personell verstärkt. Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich dort von 433 auf 490. In Frankfurt stieg die Zahl der Mitarbeiter zwar ebenaflls, aber längst nicht so stark. Zu den Banken, die sich weiter in Frankfurt verstärken, zählt unter anderem JPMorgan Chase & Co. Das Personal in Deutschland soll in diesem Jahr um bis zu ein Viertel wachsen, was die Zahl der Mitarbeiter in Frankfurt auf rund 700 heben dürfte, sagte Deutschland-Chef Stefan Povaly vor kurzem. (aa)