Fusion zur größten Raika Österreichs – "Umweltcenter" bleibt
Die oberösterreichische Raiffeisenbank Gunskirchen, die sich als "grüne Bank" einen Namen über die Region hinaus gemacht hat, wird mit der Raiffeisenbank Wels verschmelzen. Das "Umweltcenter" soll als Rechnungskreis erhalten bleiben.
Kunden, die ihre Gehaltseingänge oder Sparbuchanlagen einem grünen oder sozial nachhaltigen Zweck widmen möchten, hatten bis vor Kurzem kaum eine Möglichkeit dazu. Die oberösterreichischen Raiffeisenbank Gunskirchen zählte in dieser Hinsicht zu den Pionieren. Sie brachte als erste Bank ein mit dem Umweltzeichen für Finanzprodukte (UZ49) gelabeltes Konto an den Markt. Und auch sonst erwies sich die Bank als Vorreiterin in dem Bereich. Mit der Einrichtung eines "Umweltcenters" – ein eigener Rechnungskreis, der als "Bank in der Bank" geführt wurde – erlangte das Kreditinstitut Bekanntheit über ihre regionalen Grenzen hinaus. Nun fusioniert Gunskirchen mit der größeren Raiffeisenbank Wels.
Durch den Zusammenschluss soll die größte Raiffeisen-Primärbank Österreichs mit einer Bilanzsumme von 2,6 Milliarden Euro entstehen, heißt es in einer Aussendung der beiden Institute. Gemeinsam kommen Wels und Gunskirchen auf 16 Bankstellen mit mehr als 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und über 53.000 Kundinnen und Kunden sowie rund 11.500 Miteigentümerinnen und Miteigentümern (Raiffeisenbanken sind Genossenschaften, die ihren Kunden gehören).
Größe nötig
Dem Zusammenschluss müssen noch die jeweiligen Generalversammlungen zustimmen. "Die Fusion ist eine strategische Antwort auf die dynamische Entwicklung des Wirtschaftsraums Wels und Wels-Land sowie steigende Anforderungen an Banken. Ziel ist eine Regionalbank, die weiterhin vor Ort stark präsent ist, lokal entscheidet und gleichzeitig über die notwendige Größe verfügt, um auch komplexe Finanzierungen und Investitionsprojekte zu begleiten", teilen die beiden Unternehmen mit.
Der Schritt sei kein Bruch mit der Geschichte, sondern eine Weiterentwicklung, erklärt Michael Kammerer, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Gunskirchen. Neben Nähe sei heute auch ausreichend Größe und Kompetenz nötig.
"Umweltcenter" bleibt
Das "Umweltcenter", das Gunskirchen ab 2012 quasi als "Bank in der Bank" etabliert hat, bleibe erhalten. Es werde weiter als eigenständiger Geschäftsbereich geführt und weiterentwickelt. Die neue Bank bekenne sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung und zur Weiterentwicklung im Rahmen der Green Finance Alliance, in der die Raiffeisenbank Gunskirchen als Gründungsmitglied seit 2022 aktiv war, teilen die Verantwortlichen mit. (eml)















