Franklin-Templeton-Tochter zahlt 100 Millionen Bußgeld
Ein ehemaliger Portfoliomanager der Franklin-Templeton-Tochter Western Asset soll Gewinne bestimmten Kunden zugeschoben, Verluste aber anderen untergejubelt haben. Die US-Finanzaufsicht SEC hat in dem Fall nun eine Strafzahlung festgesetzt und stellt das Verfahren ein.
Die Fondsgesellschaft Western Asset Management, die zu Franklin Templeton gehört, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Dies geht aus einer Mitteilung der US-Börsenaufsicht SEC hervor. Western Asset habe es versäumt, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um eine mutmaßliche "Rosinenpickerei" des ehemaligen Co-Investmentchefs aufzudecken und zu verhindern, begründet die SEC den Schritt. Mit der Zahlung wird ein Vergleich geschlossen und das Verfahren eingestellt.
Hintergrund des Falls sind die Vorwürfe gegen den früheren Portfoliomanager und einstigen Co-Investmentchef Ken Leech. Dieser soll erfolgreiche Wertpapierkäufe bestimmten Kundenportfolios zugeschustert und verlustreiche Transaktionen anderen Kundenportfolios zugeschoben haben. Im Englischen wird die Praxis als "Cherry Picking" bezeichnet. Die Fälle erstreckten sich von Januar 2021 bis Oktober 2023.
Anklage erhoben
Franklin Templeton schloss in der Folge im August 2024 den milliardenschweren Western Asset Macro Opportunities Bond Fund. Leech trat zudem von seinem Posten bei Western ab. Anleger zogen Milliarden von dem Investmenthaus ab. Im November 2024 erhoben die New Yorker Staatsanwaltschaft und die US-Bundespolizei FBI Anklage wegen Betrugs gegen den ehemaligen Portfoliomanager. Leech bestreitet die Vorwürfe.
Dem nun vorgelegten SEC-Bericht zufolge habe Western Asset es versäumt, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Verhalten seines ehemaligen Co-Investmentchefs aufzudecken und zu verhindern. Zudem hätte das Unternehmen sicherstellen müssen, dass die Transaktionen mit den treuhänderischen und Offenlegungspflichten gegenüber Kunden im Einklang stehen, betont die SEC.
"Langwierige Rechtsstreitigkeiten vermeiden"
Die Zahlung sei nicht mit einem Schuldeingeständnis verbunden, betont Franklin Templeton. "Die Zustimmung zu diesem Vergleich war eine geschäftliche Entscheidung unseres Unternehmens, die die Ablenkung durch langwierige Rechtsstreitigkeiten vermeidet und es Western Asset ermöglicht, diese Angelegenheit hinter sich zu lassen und sich voll und ganz auf seine Kunden zu konzentrieren", heißt es von der Gesellschaft. Die Behörde schließe den Fall ohne weitere Maßnahmen ab. (ert)




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