Franklin Templeton baut in Österreich aus
Franklin Templeton will den Vertrieb in Österreich ausbauen. ETFs spielen dabei eine wichtige Rolle. Für die Vermittler ändere sich durch ETFs einiges, sagt Franklin-Templeton-Managerin Caroline Baron.
Rund 1,6 Billionen US-Dollar verwaltet Franklin Templeton global für seine Kunden – davon 54 Milliarden Dollar in börsengehandelten Fonds (ETFs). Ein noch überschaubarer Anteil von gut drei Prozent. Wobei aber klar ist: Die Investorennachfrage verschiebt sich hin zu diesen kostengünstigen Fonds, die meist rein passiv einen Index nachbilden oder mit einer gewissen aktiven Komponente angereichert sein können. Auch zum Ausbau des Geschäfts in Österreich sollen ETFs wesentlich beitragen, sagte Caroline Baron, Chefin für die ETF-Distribution in der EMEA-Region, im Gespräch.
Ankurbeln will sie unter anderem das Retail- und Wholesale-Geschäft über Onlinebroker und Plattformen. "Wir wollen wirklich, dass unsere Produkte auf den Plattformen sichtbar sind", sagt die Franklin-Templeton-Managerin in einem Artikel, der in voller Länge in der aktuellen Magazinausgabe von FONDS professionell erschienen ist.
Partnerschaften
Am österreichischen Markt wurde im Sommer eine ETF-Kooperation mit der Easybank bekannt gegeben. Weitere Partnerschaften stünden in den Startlöchern. In anderen Ländern arbeitet Franklin Templeton mit Neobanken wie Trade Republic oder mit dem Social-Trading-Anbieter Etoro zusammen.
Dass der Passiv-Boom die Beziehung der Gesellschaften zum selbstständigen Vertrieb auf die Probe stellt, negiert Baron nicht. Für die Berater sind ETFs eine Herausforderung, weil im Unterschied zu klassischen gemanagten Fonds meist keine Bestandsprovisionen fließen. ETFs würden die Vermittlerwelt ändern, sagt Baron. "Ich glaube, dass die Beratung immer häufiger honorarbasiert sein wird. Das ist, was wir in den USA gesehen haben", so die Expertin, die davor bei Blackrock iShares und Invesco Powershares leitend tätig war.
Ganz durch die Finger schauen müssen provisionsbasierte Berater dennoch nicht. "Was die Abschlussprovision betrifft, gibt es die Möglichkeit, eine Ticket Fee mit Depotbanken zu vereinbaren", erklärt Franklin Templetons Österreich-Vertriebschef Karl Banyai. Die gewerblichen Berater seien unverzichtbar, betont er. Unterstützt wird das Österreich-Team heuer durch eine neue Mitarbeiterin, wie Banyai ankündigt.
Modellportfolios
Das Kosten- und ETF-Thema dürfte bei den Produkten einiges verändern. Potenzial sehe sie beim Einsatz von Modell- oder Musterportfolios, sagt ETF-Profi Baron. Dabei geht es um zugeschnittene, aber standardisierte Veranlagungskonzepte, die die Fondsgesellschaften verwalten und mit denen der Vertrieb effizient viele Kunden gleichzeitig bedienen kann. Berater können daraus etwa reine ETF-Modelle erstellen oder eine Mischung aus passiv und aktiv. Gemeinsam mit den Plattformen arbeite man am Ausbau solcher Lösungen, so Baron.
Sie hebt zudem die Rolle der aktiven ETFs hervor, die in Europa erst seit Kurzem ein breitenwirksames Thema sind. "Es hat unsere größte Aufmerksamkeit, diesen Spalt zwischen klassischen Fonds und den Index-ETFs zu füllen", so Baron. Bei aktiven Fixed-Income-ETFs gehörte Franklin Templeton mit Auflagen ab 2013 zu den Vorreitern. Seit Kurzem gibt es auch aktiv gemanagte Aktien-ETFs.
Emerging Markets
Inhaltlich knüpft das Unternehmen bei den börsengehandelten Fonds an seine Wurzeln an: Als Emerging-Markets-Pionier steht dieses Thema auch an der Spitze der ETF-Schiene. Einzelländer-Produkte von China über Taiwan und Korea bis Saudi-Arabien zieren die Titelliste gemeinsam mit breiten Emerging-Markets-Produkten. Mit dem Schwerpunkt will man sich in der US-Aktienmarkt-lastigen ETF-Branche abheben. Man habe in dem Bereich die "kosteneffizientesten ETFs", so Martin Bechtloff, Vizepräsident für den ETF-Vertrieb. In den Einzelländer-Fonds liegen die Verwaltungskosten zwischen 0,09 und 0,19 Prozent. Prominent in die Auslage gestellt wird in Österreich momentan zudem der European Quality Dividend UCITS ETF, der zuletzt hohe Performances bei geringer Volatilität lieferte. (eml)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS












